1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen
  4. Lokalsport Region Viersen

Handball: TV Lobberich profitiert von seiner Jugendarbeit

TV Lobberich : Handball-Klub profitiert von Jugendarbeit

Gleich vier A-Jugendliche haben es in der laufenden Saison bereits in den Herren-Kader des Oberligisten TV Lobberich geschafft. Für den Verein ist der eigene Nachwuchs ein wichtiger Bestandteil bei der Zusammenstellung des Kaders.

Es gibt einige Vereine, die sich auf die Fahne schreiben, verstärkt auf die eigene Jugend zu setzen. Allerdings hapert es dann doch das ein oder andere Mal an der Umsetzung. Anders sieht das beim TV Lobberich aus, der nicht nur eine exzellente Jugendarbeit vorweisen kann, sondern diese auch für sich zu nutzen weiß – gleichgültig ob bei den Frauen oder den Männern. Allerdings ist es für den TVL schon fast ein Muss so zu agieren, denn alleine aufgrund der geographischen Begebenheiten ist es schwierig Spieler nach Lobberich zu lotsen. Der Verein steht zwar finanziell auf gesunden Füßen, ist aber nicht in der Lage, sich für größere Summen Verstärkungen an Land zu ziehen.

Im männlichen Bereich wurde in den vergangenen drei Jahren ein Umbruch vollzogen und deutlich mehr Wert auf die Integration von Jugendspielern gesetzt – was sich mehr und mehr auszahlt. In dieser Spielzeit sind es in Bennett Hoffmanns, Benedikt Prüm, Mattes Walter und Fynn Mannheim vier Spieler aus der A-Jugend-Oberliga, die regelmäßig Spielanteile bei den Senioren bekommen. Für sie hat sich damit auch der Trainingsaufwand erhöht. Nun stehen wöchentlich die beiden Trainingseinheiten in der Jugend auf dem Programm, außerdem fordert Spielertrainer Christopher Liedtke zwei weitere Einheiten von dem Quartett, um im Seniorenbereich zum Einsatz zu kommen.

„Wer etwas erreichen will, muss dafür auch mehr tun, lautet meine Devise“, sagt Liedtke. Seitdem er für die Mannschaft verantwortlich ist, hat sich das Durchschnittsalter des Teams deutlich gesenkt. „Mir macht es sehr viel Spaß, mit jungen Spielern zu arbeiten und sie weiterzuentwickeln. Mein Ziel ist es, mit jungen Leuten aus Lobberich und der Umgebung eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Wir hätten finanziell auch gar nicht die Chance so aufzurüsten, wie es zum Beispiel Borussia Mönchengladbach für die nächste Saison macht, was ich aber in keiner Weise verurteilen möchte.“

Doch wie sieht es mit den Chancen des derzeitigen Quartetts aus, ein fester Bestandteil des Oberliga-Kaders zu werden? Torhüter Benedikt Prüm hat diesen Sprung bereits vollzogen. Er ist fest bei den Ersten Herren und wird nur noch in der Jugend eingesetzt, wenn die Spiele nicht parallel ausgetragen werden. Zwar werden Torhüter mit zunehmendem Alter immer besser, weil sie zum Beispiel ihr Stellungsspiel stets weiter optimieren, dennoch hat Prüm die vergangenen beiden Partien durchgespielt. Hoffmanns ist sicherlich das größte TVL-Talent. Gegenüber dem Vorjahr ist seine Leistung konstanter geworden, und die Variabilität seiner Würfe lässt sich mittlerweile auch im Seniorenbereich durchaus sehen.

Mattes Walter kann variabel im Rückraum eingesetzt werden und entwickelt sich immer mehr zu einem sehr wertvollen Abwehrspieler, dem Liedtke durchaus zutraut, in näherer Zukunft im Mittelblock zum Einsatz zu kommen. Außerdem lebt er für den Handball: Nebenbei betreut er noch die C-Jugend der Lobbericher und ist auch als Schiedsrichter aktiv. Fynn Mannheim braucht noch ein wenig Zeit, nach Meinung seines Trainers fehlt ihm „noch etwas Körper“. Er ist ein sehr ruhiger und bedachter Akteur, dessen große Stärke es ist, ein Spiel zu lesen und zu führen. Er wird daher behutsam für die Position des Spielgestalters aufgebaut.

Mittlerweile hat sich in Lobberich wieder ein tolles Wir-Gefühl entwickelt, und die jungen Spieler haben keinerlei Schwierigkeiten bei der Integration. Dennoch ist das keine Versicherung, dass sie dem Verein erhalten bleiben. So kann das Studium einen Ortswechsel nötig machen. Aber auch ein Wechsel zu einem höherklassigen Klub ist durchaus möglich. „Wenn junge Spieler aus unserem Verein die Chance haben höher zu spielen, dann haben wir zunächst einmal sehr viel richtig gemacht“, sagt Liedtke. „Außerdem würde ich niemandem einen Stein in den Weg legen, denn in einer höheren Liga können Erfahrungen gesammelt werden, die einem keiner mehr nehmen kann.“

Liedtke weiß, dass nicht jedes große Talent für seinen Verein zu halten sein wird. „Für uns heißt es, weiterhin gute Jugendarbeit zu machen. Und gerade in der C-Jugend gibt es bereits wieder einige talentierte Spieler, die bei den Senioren durchaus den Sprung in die Oberliga schaffen können.“