Handball: Teamvergleich vor Oberliga-Derby mit TV Lobberich und Borussia Mönchengladbach

Handball-Oberliga : Schnelle Außen gegen kompakte Abwehr

In der Handball-Oberliga treffen Lobberich und Borussia aufeinander. Ein Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile.

Am Sonntag steht in der Oberliga das Derby zwischen dem TV Lobberich und Borussia Mönchengladbach an. Die beiden Teams belegen momentan die Plätze fünf und sechs, wobei Lobberich 8:4 Punkte aufweist und die Borussia 7:5. Die Hausherren wussten bislang durchaus zu überraschen, während es für die Gäste wohl eher das Minimum von dem ist, was sie erreichen wollten. Vor der Begegnung beleuchtet die RP die verschiedenen Mannschaftsteile beider Teams.

Torwart Beide Klubs bauen auf sehr junge und talentierte Torhüter. Bei den Lobberichern hat Niklas Bastians momentan die Nase vorn, und die Borussen vertrauen Johannes Lyrmann. Potenzial und Ausbaufähigkeit ist beidseitig vorhanden, so dass hier von keinem Vorteil gesprochen werden kann.

Defensive In der Abwehr sieht es da schon etwas anders aus. Der TVL baut auf Wendigkeit und Geschwindigkeit, weil er nicht gerade über „Riesen“ verfügt, und bevorzugt eher einen offensiven Deckungsstil. Die Borussia dagegen ist bekannt für ihre Kompaktheit, und mit der nötigen Aggressivität ausgestattet. Für jede Angriffsreihe ist es sehr schwer, Lücken zu finden – also Vorteil für die Gäste.

Außenbahn Lobberich verfügt mit Florian Mähler auf der linken und Jan van Eycken auf der rechten Seite über zwei pfeilschnelle und extrem torgefähriche Außenspieler. Außerdem hat der TVL mit seinen drei Kreisläufern – Justus Dambacher, Stephan Harwardt und Alexander Hankmann – drei sehr unterschiedliche Typen, mit denen flexibel auf jede Abwehrvariante reagiert werden kann. Mönchengladbach hat dort mit Daniel Panitz, der zu den Haupttorschützen der Mannschaft zählt, auf der linken Außenbahn seinen gefährlichsten Spieler. Der Niederländer Clim Smeets beackert die rechte Außenbahn, lässt es dabei aber etwas an Torgefahr vermissen, hat dafür jedoch seine Stärken in der Deckung. Die Position des Kreisläufers ist mit Andreas Kropp eher dünn besetzt, sollte er einmal ausfallen, steht der Routinier Thomas Prinz zur Verfügung, der eigentlich auf der Position des Regisseurs beheimatet ist. Insofern Vorteil Lobberich.

Rückraum Auf dieser Position sind die Hausherren sehr variabel aufgestellt und haben keine fest eingeplanten Spieler für die Startformation. Auf der halblinken Angriffsseite sorgen Benedikt Liedtke, der auf Erfahrungen aus der Regionalliga zurückgreifen kann, und Felix Himmel für sehr viel Gefahr. Die Geschicke auf der Position des Mittelangreifers lenken Lennart Greven und Lauritz Weiß, und die halbrechte Angriffsseite wird von Ruben Dorenbeck und Spielertrainer Christopher Liedtke abgedeckt.

Variabilität ist aber auch bei den Gästen Trumpf. Halblinks agieren der sprunggewaltige Vincent Rose und Moritz Krumschmidt, der eher unter der Kategorie „Brecher“ einzuordnen ist. In der Mitte lenken Sascha Ranftler und Thomas Prinz die Geschicke, und halbrechts strahlt Linskhänder Niklas Berner enorme Gefahr aus, während Neuzugang Guus Killars noch kleinere Integrationsschwierigkeiten hat, jedoch über sehr viel Spielverständnis verfügt. Ein Vorteil ist hier für keine der beiden Mannschaften zu erkennen.

Ersatzbank Die letzten beiden Kategorien bieten jeweils auf einer Seite leichte Vorteile. Die Lobbericher haben die Nase leicht vorn, wenn es darum geht, adäquat auszuwechseln. Bei ihnen ist kaum ein Qualitätsverlust erkennbar, während die Borussen in dieser Kategorie ganz leicht abfallen.

Trainer Was die Position des Trainers betrifft, liegen die Mönchengladbacher leicht vorne, denn Tobias Elis leitet die Geschicke von der Bank und kann immer nach seinem Gutdünken eingreifen. Beim TVL agiert Christopher Liedtke als Spielertrainer. Wenn er auf dem Feld ist, geht Co-Trainer Markus Holstein in die Verantwortung, jedoch können zwei Personen nicht immer eine deckungsgleiche Meinung haben. Die Vorteile in diesen beiden Kategorien sind jedoch nur minimal.

Fazit Insofern gibt es für dieses Derby wohl auch keinen klaren Favoriten, denn beide Teams sind durchweg gut aufgestellt. „Wir müssen versuchen, die sogenannten einfachen Tore über Tempo zu machen, denn über das Positionsspiel gegen die Gladbacher Abwehrformation zum Erfolg zu kommen, ist sehr schwer. Dennoch gehen wir zuversichtlich in das Spiel“, sagt Christopher Liedtke. „Lobberich hat eine gute Mannschaft, besonders dann wenn Christopher auf dem Feld ist“, betont Elis. „Wir haben uns gerade in Lobberich stets sehr schwer getan. Es wird bestimmt kein leichtes Spiel, aber ich sehe durchaus Chancen für uns.“

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