Fußball : 1. FC Viersen muss doch einen größeren Umbruch vollziehen

Auch wegen des Abstiegs in die Fußball-Bezirksliga hat sich beim Traditionsverein vom Hohen Busch in der Kaderplanung noch etwas getan. 

Mitte April glaubten die Verantwortlichen des 1. FC Viersen, dass sie in der Kaderplanung für die kommende Spielzeit schon ziemlich weit wären. „Der Umbruch wird nicht so groß werden wie in den vergangenen Jahren“, sagte Trainer Daniel Saleh damals. Doch inzwischen hat sich viel getan, unter anderem der bittere Abstieg vor knapp zwei Wochen in die Fußball-Bezirksliga. Auch der hat dazu beigetragen, dass es jetzt doch wieder deutlich mehr Bewegung bei den Ab- und Zugängen gibt, als sich die Viersener gewünscht haben. Aktuell stehen zwölf Neue 13 scheidenden Spielern gegenüber.

So gab nach dem feststehenden Abstieg Lars Werth-Jelitto bekannt, dass er sich dem in die Landesliga abgestiegenen VfR Fischeln anschließt. „Lars hatte uns nur eine Zusage für die Landesliga gegeben. Er will sich in Fischeln weiterentwickeln. Er hat sich vorbildlich verhalten, das ist alles super und fair abgelaufen“, sagt Daniel Saleh. Das will der Trainer allerdings nicht von Sean Herrmann behaupten. Der habe ihm trotz einer Zusage unabhängig von der Liga kürzlich offenbart, dass er sich dem ASV Süchteln anschließt.

Also ein ähnlicher Fall wie bei Petar Popovic (zu Union Nettetal), über den sich Saleh vor einigen Wochen ziemlich stark aufgeregt hatte. Hinzu ist für ihn noch eine weitere Enttäuschung gekommen: Evgenij Pogorelov, dessen Verpflichtung die Viersener schon im April als fix verkündet hatten, hat sich vom Bezirksligisten Victoria Mennrath offenbar doch zum Bleiben überreden lassen. „Es ist noch an mehreren Spielern von uns gebaggert worden. Daraus müssen wir lernen. Wir werden in Zukunft auch keine Rücksicht mehr darauf nehmen, ob ein Spieler irgendwo schon zugesagt hat“, erklärt Saleh. Enttäuscht ist er auch über Marlon Smikalla, der sich in der Endphase der Saison einfach nicht mehr gemeldet habe. Inzwischen ist im Fußballportal Fupa zu sehen, dass er zum A-Ligisten TSV Kaldenkirchen wechselt. „Insofern hat der Abstieg auch etwas Gutes, weil er die Chance bietet, den Kader zu bereinigen. Nächste Saison werden wir charakterlich eine andere Mannschaft haben. Da freue ich mich drauf“, betont Saleh. Dazu soll auch der kürzlich aus Amern verpflichtete Dennis Brinschwitz beitragen. Den kampfstarken Mittelfeldakteur ordnet der FC-Trainer in die Kategorie Führungsspieler ein. Das gilt auch für dessen Cousin Marcel Brinschwitz, der unter Saleh bei der DJK/VfL Giesenkirchen Tore und Vorlagen am Fließband lieferte und der nach einer Saison Pause wieder einsteigt. Da stört es Saleh auch kein bisschen, dass der Angreifer inzwischen 35 Jahre alt ist. Ebenfalls nicht gespielt hat in der vergangenen Saison Rijad Tafilovic, der 24-Jährige bringt aber Erfahrung aus höheren Spielklassen mit, kickte beim 1. FC Mönchengladbach und Odenkirchen schon in der Landesliga, beim SV Uedesheim sogar in der Oberliga.

 „Mit ein, zwei Spielern sind wir noch in Gesprächen. Aber wir werden auf jeden Fall einen Topkader für die Bezirksliga haben. Es wird ein enges Rennen, aber der Aufstieg wird nur über uns gehen“, erklärt Saleh. Seine vordringlichste Aufgaben ist es nun, aus den vielen neuen Spielern in der Vorbereitung eine Einheit zu formen. Das erste Mal zum Training bittet er den neuen Kader am Dienstag, 3. Juli. Das erste Testspiel folgt dann am 8. Juli gegen Odenkirchen..