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Fußball: Grenzland-Schwund in der Bezirksliga

Fußball : Grenzland-Schwund in der Bezirksliga

Nur noch drei Teams spielen in der kommenden Saison in der Gruppe 6. Bald könnten es noch weniger werden.

Knapp 20 Kilometer Luftlinie lagen am letzten Spieltag der Bezirksliga zwischen Nettetaler Freud und Hinsbecker Leid. Union Nettetal sicherte sich in Willich mit einem 0:0 die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga, während Rhenania Hinsbeck gegen den SC Waldniel 1:2 verlor und auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte. Damit müssen die Hinsbecker zusammen mit dem Schlusslicht TSV Kaldenkirchen den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten. Union verlässt die Liga ebenfalls und kehrt nach nur einem Jahr Abstinenz in die Landesliga zurück. So bleiben mit dem SC Waldniel und Fortuna Dilkrath nur zwei Mannschaften aus dem Grenzland in der Bezirksliga. Hinzu kommt der Kreisliga A-Meister TSF Bracht.

Der SC Union Nettetal steht nach 28 Spielen mit vielen Turbulenzen als verdienter Meister und Aufsteiger fest. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hussmanns leistete sich zwar eine längere Schwächephase, kam allerdings in der Rückrunde immer mehr in Fahrt. Lediglich die magere Torausbeute gefährdete den Aufstieg bis zum letzten Tag.

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Der SC Waldniel mischte ebenfalls lange im Aufstiegskampf mit, ließ im entscheidenden letzten Saisondrittel die nötige Konstanz vermissen. Die Mannschaft vom scheidenden Trainer Jörg Criens beendete die Saison dennoch auf einem guten vierten Platz.

Nur einen Platz dahinter steht der Herbstmeister Fortuna Dilkrath. Dabei ließen die Dilkrather in der Rückrunde nur leicht nach. Vielmehr schwächelten die auserkorenen Favoriten in der ersten Saisonhälfte und zogen erst nach dem Jahreswechsel vorbei. Doch die Fortuna hat ihr Saisonziel übertroffen und darf zufrieden sein.

Lange Gesichter gab es dagegen beim TSV Kaldenkirchen und Rhenania Hinsbeck. Der Aufsteiger aus Kaldenkirchen zeigte eine ordentliche Hinrunde und landete auf dem zehnten Platz. Im sieglosen Jahr 2013 folgten nur noch drei Punkte, was in der Folge den letzten Tabellenplatz bedeutet. Am härtesten hat es jedoch die Hinsbecker getroffen. Nach dem vorletzten Platz nach der Hinrunde folgte eine tolle Aufholjagd. Der Anschluss zum Mittelfeld war zwischenzeitlich hergestellt, bevor es erst am letzten Spieltag wieder auf einen Abstiegsplatz runter ging.

Vor zwei Jahren spielten noch sieben Mannschaften aus der Region in der Bezirksliga, nun sind es nur noch drei. Angesichts der Änderungen auf Verbandsebene und damit einhergehenden Reduzierung der Bezirksligen stellt sich nun die Frage, wie es mit dem Fußball im Grenzland weiter geht. Der 1. FC Viersen, ASV Süchteln, die VSF Amern und Nettetal spielen also wieder in der Landesliga, Bracht, Waldniel und Dilkrath auf Bezirksniveau.

In der Kreisliga sind nach dem Abstieg von SuS Schaag nun auch nur noch TuRa Brüggen, VSF Amern II, der Dülkener FC und Aufsteiger SV Niederkrüchten über. Da künftig nur noch eine Mannschaft aus der Kreisliga A den Aufstieg in die Bezirksliga schafft und aus selbiger bis zu sechs Teams absteigen können, könnte sich die Zahl der Grenzlandteams auf längere Zeit in der Bezirksliga reduzieren.

Welche Folgen hat das für die Mannschaften? Verliert die Liga ob der Krefelder Dominanz an Attraktivität? Selbst auf Amateurniveau dürften Duelle gegen direkte Nachbarn zu den Highlights einer Saison zählen. Zudem werden die Reisewege der Mannschaften immer länger. Nicht nur für die Fußballer eine undankbare Situation, auch für die Anhänger der Vereine folgen hierdurch Veränderungen. Sie müssen sich in der nächsten Saison nicht mehr nur noch zwischen Bundesliga und Bezirksliga entscheiden, sondern müssen sich zudem überlegen, ob eine Reise zum Auswärtsspiel in Krefeld oder nahe Düsseldorf wirklich die Sonntagsbeschäftigung sein soll.

(TK)