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Leichtathletik: Gewitter beendet Hochsprungmeeting

Leichtathletik : Gewitter beendet Hochsprungmeeting

Erstmals musste der Wettkampf auf der Viersener Löh abgebrochen werden. Es gewann Luis Castro aus Puerto Rico.

Das hat es in der 19-jährigen Geschichte de Viersener Hochsprungmeetings auf der Löh noch nie gegeben. Wegen eines großen Unwetters wurde die 20. Veranstaltung schließlich abgebrochen. Eine bis dahin tolle Stimmung mit Ambitionen der Athleten, möglicherweise eine neue Rekordmarke zu setzen, schwand dahin. In Strömen regnete und hagelte es. Ein großer Sonnenschirm flog weg. Der Sturm rüttelte heftig an das Zuschauerzelt, dem Publikum lief das Wasser in die Schuhe. Die Zuschauertribüne gegenüber war plötzlich wie leer gefegt.

Trotzdem: Es war immer noch ein Funke Hoffnung da, weiter zu machen. Schnell wurde eine Abdeckung über die Hochsprungmatte geworfen. Mehrere Planen wurden vor dem Anlauf ausgelegt, um zumindest diese Stelle trocken zu halten. Als der Regen etwas nachließ, hieß es zuerst, es geht weiter. Mit Schrubbern wurde das Wasser beiseite geschoben, die Planen entfernt. Doch es regnete weiter, so dass der Wettkampf auch im Interesse der Athleten beendet wurde. Bei ihnen war nach dem abrupten Ende ohnehin die Spannung raus.

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"Es war den Athleten nicht zuzumuten, weiter zu springen, alleine schon wegen der großen Verletzungsgefahr. Das wäre unverantwortlich gewesen, weil einige von ihnen immer noch auf eine Teilnahme im August bei der Europameisterschaft in Zürich hoffen", sagte Meetingdirektor Detlef Vieth. Ihm fiel die Entscheidung sicher nicht leicht. Bis zum Abbruch hatten drei Hochspringer bereits die 2,23 Meter übersprungen. Es hätte durchaus noch ein toller Wettkampf werden können, weil die Athleten bei ihren Sprüngen bis dahin viel Luft zwischen Körper und Stange hatten.

Luis Castro aus Puerto Rico, bei dem der Moderator Uli Geis vorher noch scherzte, die Sonne der Karibik gehe über Viersen auf, gewann das Hochsprungmeeting mit 2,23 Metern bei einem Fehlversuch. Die gleiche Höhe übersprangen der Niederländer Douwe Amels, dem die Sympathien der Zuschauer zuflogen, und der Sudaner Mohammed Idres. Beide leisteten sich zwei Fehlversuche und teilten sich den zweiten Platz. Jeweils 2,19 Meter hatten bis zum Abbruch des Wettkampfes Fernand Djoumessi aus Kamerun, die beiden Polen Sylwester Bednarek und Wojtec Theiner sowie der Deutsche Martin Günther übersprungen.

Raúl Spank (LG Nord-Berlin), WM-Dritter von 2009 in Berlin und zuletzt nach einer Verletzungspause wieder mit aufsteigender Tendenz, schaffte es nicht, seine Saisonbestleistung von 2,17 Metern in Hamburg vergangene Woche zu toppen (2,15). Da half es wenig, das Publikum zum frenetischen Klatschen anzuspornen. Ihr Geräusch wurde zwar immer lauter und schneller. Doch dann ging ein Raunen durch die Menge: Er riss die Latte.

Der Zehnkämpfer Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied), der mit 8471 Punkten zu Buche steht und ein Kandidat auf den EM-Titel in Zürich ist, übersprang 2,10 Meter. "Ihm wünschen wir auf dem Weg nach Zürich 8600 Punkte und die Goldmedaille", sagte Geis, nachdem Kazmirek 2,15 Meter gerissen hatte.

(off)