Fußball: Willi Kehrberg verlängert Vertrag bei VSF Amern

Interview mit Willi Kehrberg : „Ich musste keine 60 Sekunden überlegen“

Der Trainer des Landesligisten VSF Amern spricht über seine frühzeitige Vertragsverlängerung und die Entwicklung seiner Mannschaft.

Die Mannschaft der VSF Amern hat erstmals in der laufenden Saison in der Fußball-Landesliga zweimal in Folge gewonnen. Mit 18 Punkten ist das Team damit voll im Soll. Doch es gab nun noch einen weiteren Grund zur Freude, denn Trainer Willi Kehrberg verlängerte seinen Vertrag bei den Vereinigten Sportfreunden vorzeitig um ein weiteres Jahr.

Bleibt auch ohne aufgefrischte Trainerlizenz Coach bei den VSF Amern: Willi Kehrberg hat seinen Vertrag beim Fußball-Landesligisten frühzeitg verlängert. Foto: Heiko van der Velden

Herr Kehrberg, hat sich die Mannschaft nach dem zweiten Sieg in Folge und insgesamt elf Spieltagen nun gefunden und eingespielt?

Kehrberg Im Vergleich zu den ersten Spielen sieht man sehr große Fortschritte. Das ist dabei überhaupt nicht mehr gleichzusetzen mit den ersten Auftritten. Wir mussten ja zehn neue Spieler integrieren. Hinzu kamen mit Tim Caspers, Ibuki Noguchi und Dominik Jakobs drei Spieler, die im Laufe der letztjährigen Rückrunde zum Team gestoßen sind. Wir waren dabei aber von Anfang an von dem Potenzial der Mannschaft überzeugt.

Der große Umbruch im Sommer bedeutete auch eine Vielzahl an Neuverpflichtungen. Wie haben sich gerade die Spieler aus Japan und Südkorea eingelebt?

Kehrberg Die Mentalität der Asiaten ist ein großer Vorteil. Dabei hilft auch das familiäre Umfeld in Amern. Das erleichtert den Spielern einiges. Gerade bei so vielen Neuzugängen ist es immer eine Kunst, daraus eine echte Einheit zu bilden. Auch wenn der sportliche Erfolg im Vordergrund steht, muss die Truppe am Ende gut zusammenpassen.

Wie lauten die Vorgaben und Ziele mit Blick auf die kommende Aufgabe beim Tus Fichte Lintfort in der Landesliga?

Kehrberg Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Bei einer konstanten Punkteausbeute können wir in Ruhe weiterarbeiten. Die Liga ist dicht beieinander. Daher ist es gut, wenn man sich vorzeitig die Punkte sichert und dann ein kleines Polster erarbeitet. Wir wollen engagiert und offensiv zu Werke gehen.

Sie selber haben mittlerweile bereits frühzeitig Ihren Vertrag in Amern auch über die Spielzeit hinaus verlängert. Wie einfach ist Ihnen die Entscheidung gefallen?

Kehrberg Wenn alles funktioniert, bleibt man natürlich gerne. Ich musste für meine Entscheidung keine 60 Sekunden überlegen. Wir müssen als kleiner Dorfverein natürlich immer früh unsere Entscheidungen fällen und einer der Ersten sein. Ich bin einfach zu gerne auf dem Trainingsplatz, dass ich jetzt was anderes machen würde.

In der Landesliga braucht man die B-Lizenz. Sie haben Ihren Trainerschein seit Jahren nicht mehr verlängert. Wir klappt es dennoch, dass Sie auch die Verantwortung in der neuen Saison haben können?

Kehrberg Bisher hat Co-Trainer Dennis Sobisz die nötige Lizenz vorweisen können, der allerdings zukünftig kürzertreten muss. Nun wird Alexi Triantafilldis die Rolle einnehmen, der die B-Lizenz bis zum Sommer machen wird. Ich selber habe auch ein Sportstudium absolviert und bin seit über 28 Jahren im Trainergeschäft tätig. Wir würden uns allerdings lieber nur auf das rein Sportliche konzentrieren, als uns über solche Dinge Gedanken machen zu müssen. Aber sowas gehört leider auch dazu.

Machen die Lizenzmodelle für Sie generell Sinn oder erschwert es den Vereinen nur die Aufgabe, den passenden Trainer zu finden?

Kehrberg Das ist natürlich schon sinnvoll und eröffnet den Mannschaften auch immer wieder neue Sachen. Allerdings erschwert dies auch den kleineren Vereinen die Arbeit, denn es ist ein enormer Kostenfaktor. Für verdiente Spieler ist es oftmals schade, dass sie so nach ihrer Spielerlaufbahn nicht den Weg ins Trainergeschäft einschlagen können.

Wie sehen Ihre ganz persönlichen Ziele in Amern aus? Wird der Aufstieg irgendwann mal ein Thema sein oder ist die Landesliga das Maximum, das möglich ist?

Kehrberg Ich freue mich natürlich immer, wenn ich die Spieler und die Mannschaft weiterentwickeln kann. Ein Aufstieg in die Oberliga macht aus meiner Sicht eher wenig Sinn. Wir haben eine tolle vereinseigene Anlage und wollen uns natürlich weiter in der Landesliga etablieren. Wenn wir dann die Spitzenmannschaften ärgern können, ist das toll.