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Fußball: Topspiele in Landesliga und Bezirksliga

Fußball : Zwei Topspiele mit Derbycharakter

Mehr Topspiel als in der Bezirksliga geht nicht: Am Sonntag reist Primus 1. FC Viersen zum Tabellenzweiten nach Kleinenbroich. Die Landesligapartie VSF Amern gegen den 1. FC Mönchengladbach kann sich aber auch sehen lassen.

In der Landesliga und in der Bezirksliga steht das Wochenende der Topspiele mit Derbycharakter an. Wobei sich das Hauptinteresse auf die Bezirksliga richten dürfte, wo Teutonia Kleinenbroich als Tabellenzweiter den Primus und Titelfavoriten zu einer Partie mit wegweisender Bedeutung erwartet. Nicht ganz so brisant, aber dennoch interessant geht es ein klasse Höher zu, wenn die VSF Amern den 1. FC Mönchengladbach erwarten.

BEZIRKSLIGA

Das Hinspiel verlor der 1. FC Viersen, hier links mit Morten Heffungs, knapp gegen den SC Teutonia Kleinenbroich. Am Sonntag steht das Rückspiel auf den Programm. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Dass in der Partie SC Teutonia Kleinenbroich gegen den 1. FC Viersen so viel Feuer in Sachen Titelkampf steckt, damit war bei Saisonbeginn nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Gerade die Entwicklung der Teutonen erscheint zwei Jahre nach dem Aufstieg geradezu märchenhaft. Und dennoch könnte am Sonntag (15 Uhr) eine kleine Vorentscheidung zu ihren Ungunsten fallen. Um das nachvollziehen zu können, bedarf es keines allzu großen Fachwissens, sondern lediglich eines Blickes auf die Tabelle: Mit einem weniger absolvierten Spiel haben die Viersener einen Punkt Vorsprung auf ihren Verfolger und somit die große Chance, die Weichen im direkten Duell langsam, aber sich auf Landesliga-Aufstieg zu stellen. Wer FC-Trainer Kemal Kuc allerdings kennt, weiß, dass seine Denkweise eine ganz andere ist. „Natürlich wäre ein Sieg ein großer Schritt“, erklärt der 40-Jährige, der den im Sommer fast gänzlich neu zusammengestellten Kader innerhalb kürzester Zeit zu einer Einheit geformt hat. „Aber wir fangen jetzt nicht an zu rechnen. Im Fußball kann sich vieles ganz schnell ändern.“

Derselben Meinung ist auch Kollege Norbert Müller: „Es ist zu früh, über mögliche Szenarien nachzudenken. Fakt ist, dass wohl vier Mannschaften den Aufstieg unter sich ausmachen werden – und wir sind froh dazuzugehören.“ Trotzdem sieht er die Favoritenrolle beim 1. FC Viersen. „Sie haben den mit Abstand besten Kader der Liga und könnten damit wohl auch in der Landesliga mithalten.“ Aber: „An einem guten Tag können wir in dieser Liga jeden Gegner schlagen. Ich erwarte von meinen Jungs, dass sie Gas geben, Einsatz zeigen und den Viersenern das Leben so schwer wie möglich machen.“

Dass Kleinenbroich dazu zweifelsohne das Zeug hat, bewies nicht zuletzt der 1:0-Hinspielerfolg am Hohen Busch, der aufgrund der Vielzahl an Chancen der Hausherren etwas glücklich daherkam, der starken kämpferischen Leistung wegen aber nicht unverdient war. „Man merkt ihnen an, dass sie schon jahrelang zusammenspielen, sie funktionieren zusammen einfach“, lobt Kuc den kommenden Gegner. „Es hat auch nichts mit Glück zu tun, dass sie da oben stehen, immerhin tun sie dies schon seit Saisonbeginn. Da steckt eine riesige Motivation hinter.“ An 12 der 22 Spieltage stand Kleinenbroich bislang auf dem ersten Tabellenplatz und weist mit 60:22 Toren absolute Topwerte auf. Eine bessere Tordifferenz hat tatsächlich nur der 1. FC Viersen (64:17). Die Bezirksliga wird am Sonntag gespannt nach Kleinenbroich schauen – wo eine kleine Vorentscheidung fallen könnte.

LANDESLIGA

Wenn die VSF Amern am Sonntag (15.15 Uhr) als Tabellensechster den 1. FC Mönchengladbach als Tabellendritten zu einem Nachbarschaftsduell empfangen, dann lässt sich immerhin von einem Treffen zweier Teams aus der erweiterten Spitzengruppe sprechen. Zumal die Amerner nach einem bärenstarken ersten Saisonabschnitt sogar vor den Gladbachern überwinterten, durch drei Niederlagen im neuen Jahr aber deutlich ins Hintertreffen gerieten. Denn weil die Gäste allen Unruhen im Verein zum Trotz ihre Siegesserie aus dem vergangenen Jahr fortsetzten, haben sie mit neun Punkten aus drei Spielen die Amerner deutlich abgehängt. „Der FC ist das Team der Stunde, gegenläufig zum Ärger, den es im Verein gibt und zu unseren Ergebnissen“, sagt Amerns Trainer Willi Kehrberg anerkennend.

Auch er hat die Gerüchte gehört, dass wegen der Unstimmigkeiten beim 1. FC Mönchengladbach angeblich etliche Spieler den Verein verlassen wollen. Doch Hoffnungen, dass sie bei ihren Kaderplanungen für die nächste Saison davon profitieren könnten, machen sich die Amerner nicht. „Wir sind schon sehr weit, bis auf zwei Positionen steht unser Kader. Und die Positionen, auf denen Spieler vom FC für uns interessant sein könnten, sind schon besetzt“, erklärt Willi Kehrberg. Vor der laufenden Saison waren sich die Amerner schon mit Gero Wolters von den Gladbachern einig gewesen, doch der machte dann doch noch einen Rückzieher, weil sich beim FC die Voraussetzungen geändert hatten. Wie den Amenern erging es noch anderen Vereinen aus der Region. Im Hinspiel der aktuellen Spielzeit waren die Amerner übrigens chancenlos, sie unterlagen auswärts 0:4 gegen den 1. FC Mönchengladbach.