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Fußball-Oberliga: Andreas Schwan von Union Nettetal über den Derbysieg

Interview mit Andreas Schwan : „Wir müssen immer an Grenzen gehen“

Der Trainer des SC Union Nettetal spricht über den Derbysieg vom vergangenen Wochenende und die Herausforderungen in den kommenden Spielen.

Die Freude über den deutlichen Derbysieg des SC Union Nettetal gegen den 1. FC Mönchengladbach in der Oberliga Niederrhein ist bei Trainer Andreas Schwan auch eine knappe Woche später immer noch groß. Der letzte Sieg in der Meisterschaft zuvor lag immerhin insgesamt 341 Tage zurück. Ihm war die Erleichterung nach dem Spiel sichtlich anzusehen. Im Interview spricht er nun über die entscheidenden Momente und zeigt auch die Bedeutung des Sieges auf.

Herr Schwan, wie hat sich für Sie persönlich der Sieg am vergangenen Freitag angefühlt?

Schwan Wir haben uns natürlich sehr über den Derbysieg gefreut, besonders weil wir nach der Auftaktniederlage bei ETB SW Essen eine Reaktion zeigten wollten. Wir haben meiner Meinung nach über weite Strecken gegen den 1. FC ein gutes Spiel gemacht, auch wenn wir Phasen hatten, in denen wir es nicht so leicht hatten. Die ersten 30 Minuten hat der FC uns schon gut beschäftigt. Das 1:0 war dann ein Brustlöser. In der zweiten Halbzeit haben wir es dagegen besser gemacht. Der Start war furios. In den ersten sieben Minuten haben wir dabei gleich drei Tore erzielt. Wir sind einfach glücklich über den Derbysieg mit einer Atmosphäre, wie wir sie schon lange nicht mehr hatten. Ein Flutlichtspiel bei ausverkauftem Haus, was will man mehr.

Wann war für Sie klar, dass die drei Punkte ihnen nicht mehr zu nehmen sind?

Schwan Man hat den Spielern in der Halbzeit eine deutliche Erleichterung angemerkt. Bei einigen Spielern war aufgrund ihrer Vorgeschichte gegen ihren alten Verein viel Druck vorhanden. Als dann das 1:0 fiel, hat man gemerkt, dass wir sofort nachlegen wollten. Wenn man dann drei Tore in sieben Minuten schießt und aus dem Jubeln nicht mehr rauskommt, dann ist das Ding durch. Wir haben dadurch früh die Weichen auf Sieg gestellt.

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben, wie wichtig war die Sieg am Freitagabend?

Schwan Wir haben letztes Jahr den ersten Dreier erst am 6. Spieltag geholt, jetzt haben wir ihn bereits nach dem 2. Spieltag. Er nimmt uns auch ein wenig Druck vom Kessel, da wir mit den Spielen gegen die SSVg Velbert, 1. FC Monheim, aber auch gegen den TVD Velbert auf Mannschaften treffen, die allesamt um den Aufstieg in die Regionalliga ein Wörtchen mitreden wollen. Wir sind mit viel Selbstvertrauen in die Trainingswoche gegangen und haben mit unserer jungen Truppe nichts zu verlieren. Die drei Punkte im Rücken, lassen die Vorfreude auf das schwere Auswärtsspiel in Velbert definitiv steigen.

Nachdem es in der vergangenen Saison nicht optimal lief, welche Gedanken sind Ihnen da so durch den Kopf gegangen?

Schwan Wir sind mit der schlechten Hinrunde und der negativen Stimmung sehr selbstkritisch umgegangen, haben uns reflektiert und den Dialog mit der sportlichen Leitung gesucht. Dirk Riether hat dem Trainerteam als Abteilungsleiter dabei das volle Vertrauen geschenkt. Wir haben dann für uns in der Winterpause ligaunabhängig die Entscheidung gefasst, einen personellen Umbruch zu vollziehen, um zu unserer eigentlichen DNA zurückzukehren. So wie es bis dato lief, hat es allen Beteiligten keinen Spaß mehr gemacht. Wir gehen nun wieder den Weg, mit dem wir aufgestiegen sind und setzen auf junge und hungrige Spieler aus der Region, die sich in der Liga beweisen wollen, in der wir spielen.

Wie sieht nun Nettetals Zukunft aus? Was hat sich die Mannschaft hier vorgenommen?

Schwan Für uns geht es nun darum, dass die Mannschaft sich weiterentwickelt. Dafür müssen wir im Training und Spiel immer an Grenzen gehen. Es herrscht dabei schon ein guter Teamgeist, was eine wichtige Grundvoraussetzung ist. Man sieht den Spielern an, dass sie im Training eine große Bereitschaft und Motivation an den Tag legen. Das macht dann natürlich allen Spaß und man investiert gerne viel Zeit. Trotzdem müssen wir geduldig sein, denn es wird auch Rückschläge geben. Die Saison ist lang und die Liga sehr stark. Ich denke aber, dass wir durchaus die Qualität besitzen, bis zum Ende die Chance auf den Klassenerhalt zu haben, um in ein viertes Oberligajahr in Nettetal gehen zu können.