Fußball: Krise der Reserve nimmt Union Nettetal gelassen

Fußball : Krise der Reserve nimmt der SC Union Nettetal gelassen

Nach einem ordentlichen Start sind die Nettetaler A-Liga-Fußballer auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Hauptgrund ist eine Personalmisere.

Nach einem schwachen Saisonstart ist Fußball-Oberligist SC Union Nettetal nach dem wichtigen Heimsieg gegen das Schlusslicht SF Niederwenigern mit mittlerweile zehn Punkten aus zehn Spielen wieder einigermaßen in der Spur. Schließlich war es zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison nur ein Zähler mehr, und damals durften die Nettetaler am Ende bekanntlich ausgiebig den angepeilten Klassenverbleib feiern. Völlig anders läuft es dagegen für die Reserve der Nettetaler in der Kreisliga A. Nach einem ordentlichen Start mit neun Punkten aus sechs Partien folgte ein Totalabsturz mit vier Niederlagen in Folge und einer besorgniserregenden Torfdifferenz von 4:22.

Dabei hatte es bei der zweiten Mannschaft nach der enttäuschenden Vorsaison einen Neustart gegeben, um im Gesamtkonzept des Vereins die Verzahnung mit der traditionell guten Nachwuchsarbeit zu verstärken und die Funktion als Sprungbrett in die erste Mannschaft zu betonen. Für den zuvor fünf Jahre als Trainer fungierenden Uwe Hollenbenders wurde A-Juniorencoach Steve Jäck mit dem Auftrag zu den Senioren beordert, mehr leistungsorientiertes Denken in die zweite Mannschaft zu bringen. Dieses Ziel sieht SCU-Abteilungsleiter Dirk Riether vor dem Hintergrund der aktuellen Ergebniskrise auch nicht gefährdet. „Der Aufstieg war nie unser Ziel, so weit ist die Mannschaft einfach noch nicht. Sie soll sich erst einmal finden“, betont Riether.

Gleichwohl gab es nach der verheerenden 0:11-Niederlage gegen den SSV Strümp, mit der die Ergebniskrise eingeleitet wurde, eine Krisensitzung. „Es herrscht aktuell einfach ein unglaubliches Verletzungspech. Ansonsten stimmt es in der Mannschaft, das Verhältnis zwischen Trainer und Spielern ist vollkommen in Ordnung“, erklärt Riether. Immer wieder sind zuletzt Spieler ausgefallen, zum Beispiel Leistungsträger wie Stürmer Anoir Bouaziz, Kapitän Leandro Sanders, Oliver Plenkers und auch Jannik Borgers.

Der 19-jährige Borgers verkörpert aktuell die neue Funktion der Reserve wie kein zweiter Spieler. Er wurde vor der Saison wegen seiner exzellenten Vorstellungen bei der A-Jugend in den Kader der Erstvertretung berufen, um dort regelmäßig zu trainieren, aber in dem Bewusstsein, die meisten Spiele in der Reserve zu bestreiten. Dabei hat er aber auch schon ein paar Einsatzminuten in der Oberliga beim wichtigen Auswärtssieg gegen den 1. FC Kleve sammeln dürfen.

Verstärkt wurde die Misere in der Reserve auch noch dadurch, dass auch die erste Mannschaft zwischenzeitlich große Personalprobleme hatte und keine Spieler nach unten abgeben konnte. Doch derzeit sieht es so aus, als sollte sich die Lage über kurz oder lang in beiden Kadern weiter entspannen. Und deswegen ist Dirk Riether auch zuversichtlich, dass die Reserve bald die Abstiegsränge wieder verlässt: „Wenn alle zurück sind, werden wir die Klasse halten.“

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