Fußball: Bezirksliga-Derby TDFV Viersen gegen 1. FC Viersen mit unterschiedlichen Ausgangslagen

Fußball-Bezirksliga : Derby mit völlig unterschiedlichen Ausgangslagen

Zum insgesamt vierten Mal treffen am Freitagabend (20 Uhr) der TDFV und der 1. FC Viersen in einem Pflichtspiel aufeinander. Bisher ist die Bilanz ausgeglichen, doch in dieser Saison könnte der Abstand zwischen den beiden Teams kaum größer sein.

Im Fußball kann alles ganz schnell gehen. Vergangene Saison noch der beste Aufsteiger der Bezirksliga, steht der TDFV in der zweiten Spielzeit nach dem großen Coup nach 18 absolvierten Partien auf dem vorletzten Platz, hat bereits jetzt mit elf Niederlagen fast so viele kassiert wie in der gesamten Saison 2018/19 (13) und wird definitiv auf einem Abstiegsplatz überwintern. Ausgerechnet in dieser misslichen Lage, in der jeder Punkt dringend gebraucht wird – derer sieben hat Türkisch-Deutsch bereits Rückstand auf das rettende Ufer – steht nun das Derby gegen den 1. FC Viersen an.

Und der hat sich nach der Schmach der Vorsaison, an deren Ende der 13. Platz stand, bestens erholt und grüßt nach einem rigorosen Umbruch im Sommer als Herbstmeister auch einen Spieltag nach Rückrundenbeginn noch von der Tabellenspitze. Alleine in den jüngsten vier Partien gegen Vorst, Lürrip, Neuwerk und Dilkrath hat die Auswahl von Kemal Kuc so viele Tore erzielt wie der Platznachbar insgesamt (22) und stellt neben der besten Offensive (61 Treffer) auch die beste Defensive (13 Gegentore, achtmal zu null).

Bilal Lekesiz, der die 0:3-Pleite seines TDFV in der Hinrunde noch als „reiner“ Spieler erlebte, nach dem Abgang von Aytac Azmaz Ende August aber als Spielertrainer agiert, sieht genau darin aber eine Chance. „Niemand rechnet mit uns, deshalb haben wir auch nichts zu verlieren“, erklärt der 33-Jährige, der seit Wochen immer wieder auf Spieler verzichten muss. „Auch ich habe Respekt vor der Art und Weise, wie der 1. FC Viersen Fußball spielt, aber auch gegen uns werden sie hart arbeiten müssen. Meine Jungs werden bis zum Ende laufen, kratzen und beißen.“ Genau davor ist sein Trainerkollege Kemal Kuc gewarnt.

„Sie befinden sich in einer schwierigen Situation, aber das bedeutet nichts“, sagt der Serbe. „Wir werden auf einen technisch starken Gegner treffen, der aufgrund der Rivalität doppelt motiviert ist. Deshalb werden wir den TDFV keineswegs unterschätzen, wollen das letzte Spiel in diesem Jahr aber natürlich gewinnen.“ Ihm fehlen wird neben den Langzeitverletzten Nils Wüsten und Nico Rymarczyk aller Voraussicht nach auch Abdulkerim Berat Arslan. Hinter dem Einsatz von Maurice Heylen steht noch ein Fragezeichen.