Fußba-Bezirksliga: 1. FC Viersen gegen Rheydter SV

Fußball : Viersen beweist gegen Rheydt erneut Moral

In der traditionsbehafteten Partie gegen den RSV machten die Bezirksliga-Fußballer der Viersener aus einem 0:1 einen 3:1-Sieg.

Das Stadion am Hohen Busch in Viersen war am Sonntag der Schauplatz eines Duells mit viel Tradition. Der 1. FC Viersen hatte in der Fußball-Bezirksliga den Rheydter SV zu Gast – eine Begegnung, die einst vorrangig im Spielplan der damaligen Oberliga Nordrhein zu finden war. Zwar fand die gestrige Partie nicht wie damals vor einer vierstelligen Besucherzahl statt, und auch die spielerische Klasse der Aufeinandertreffen in den 1980er und 1990er Jahre konnte sicherlich nicht erreicht werden. Dennoch sahen die knapp 100 Zuschauer ein munteres Spiel, in dem der 1. FC Viersen mal wieder Moral beweisen konnte und trotz eines Pausenrückstandes mit 3:1 (0:1) gewann.

René Schnitzler stapfte nur wenige Sekunden nach dem Abpfiff angefressen vom Platz. Der Ex-Profi wollte es kaum wahrhaben, dass seine Rheydter Mannschaft das Spiel am Hohen Busch nicht zu ihren Gunsten hatte entscheiden können. „In der ersten Halbzeit spielen wir Viersen fast in Grund und Boden, eigentlich müssen wir da 3:0 oder 4:0 führen. Dann kassieren wir ein Gegentor aus dem Nichts, und danach sind wir eingebrochen“, sagte der RSV-Trainer. Sein Gegenüber Daniel Saleh hatte eine ähnliche Sichtweise zum Spiel: „Es war Glück, dass Rheydt die Chancen vor dem Tor nicht genutzt hat. Wir hätten uns nicht beklagen dürfen, wenn das Spiel anders ausgeht.“ Seine Mannschaft hatte in der ersten Halbzeit große Probleme, dem Rheydter Druck stand zu halten. Nach dem frühen Führungstreffer der Gäste durch Torjäger Ferdi Berberoglu (4.) störte der RSV den Spielaufbau des 1. FC vehement und hatte durch die erzwungenen Ballgewinne viele Chancen. Das wollte Rheydt aber nicht gelingen.

Stattdessen kam nach dem Seitenwechsel die Viersener Charakterstärke hervor, die schon an den ersten drei Spieltagen der noch jungen Saison an den Tag gelegt wurde. Der Landesliga-Absteiger präsentierte sich nach der Pause wie ausgewechselt und glich nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff durch André Seidel aus (46.). Durch den frühen Ausgleichstreffer erlebte die Partie eine Kehrtwende. Von Seiten des Rheydter SV war kaum noch was zu sehen. Stattdessen waren es die Viersener, die das Heft des Handelns in die Hand nahmen und das Spiel drehen konnten. Erst war es erneut André Seidel, der nach toller Vorarbeit von Nejat Kaya den Ball per Hacke sehenswert ins Tor bugsierte (53.). In der Schlussphase wurde Enrico Zentsch perfekt in Szene gesetzt, der Stürmer blieb vor dem Tor eiskalt und erzielte das 3:1 (86.).

Die Freude im Viersen Lager war groß über diesen wichtigen Erfolg gegen den großen Rivalen aus längst vergangenen Tagen. Im Topspiel bei der DJK/VfL Giesenkirchen kann der 1. FC mit einem Sieg die Tabellenführung erobern und gleichzeitig die eigenen Ambitionen auf den Aufstieg untermauern.

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