Handball: Für Dülken lag die Sensation in der Luft

Handball: Für Dülken lag die Sensation in der Luft

Oberliga (wiwo) Fassungslos und tief enttäuscht schlichen Dülkens Handballer vom Feld. 57 Minuten hatten sie gegen den neuen Tabellenführer HG LTG/HTV Remscheid eine herausragende Leistung abgerufen, doch am Ende standen sie wieder mit leeren Händen da. Die Gäste entführten beim 29:30 (15:15) überaus glücklich beide Punkte.

Damit hat Remscheid im Kampf um die Meisterschaft nun die besten Karten. Für die SG Dülken gilt als Vorletzter nach wie vor das Prinzip Hoffnung. "Es wäre ein Riesenschritt in Richtung Nichtabstieg gewesen", philosophierte Dülkens Trainer Goran Sopov und trauerte der vergebenen Möglichkeit hinterher.

Der Außenseiter dominierte

Verwundert rieben sich die Zuschauer in der Sporthalle Ransberg die Augen. Nicht der große Favorit aus Remscheid, auf jeder Position gleichwertig doppelt gut besetzt, machte das Spiel, sondern der Außenseiter aus Dülken gab den Ton an. Die Dülkener bissen sich von der ersten Sekunde an in jedem Zweikampf fest, gaben mit herausragendem kämpferischen Einsatz keinen Ball verloren. Verdientermaßen führte die Mannschaft daher über weiter Strecken der ersten Hälfte. Die Gäste glichen zum 15:15 zur Pause aus.

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Wer nun gedacht hatte, dass die Remscheider im zweiten Spielabschnitt aufdrehen würde, sah sich getäuscht. Dülken kaufte den Gästen mit einer brillanten Abwehrarbeit zeitweise den Schneid ab. Dabei wechselte das Team immer wieder die taktische Ausrichtung und variierte zwischen der 6:0-Abwehr dem 5:1-System und dem offensiveren 3:3. Da dahinter auch Sven Plath einen guten Tag erwischt hatte, kam Remscheid nicht wie gewünscht zum Zug.

Im Gegenteil. Die SG führte weiterhin etwa 22:19 oder 24:21, denn im Angriff überzeugten vor allem André Indenhuck (9) und Mark Kämmerling (8). Für den aufgrund einer Mittelohrentzündung fehlenden Sven Weber lieferte René Landwehrs (4) ein starkes Spiel im linken Rückraum ab.

Fünf Minuten vor dem Ende vergab die SG die Chance, per Gegenstoß ihren Vorsprung auf drei Tore zu erhöhen. Die Quittung folgte auf dem Fuß. In der 57. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung und retteten sich zum Sieg.

(RP)