Frühes Aus für Gastgeber Deutschland bei der Billard-WM in Viersen

Billard-WM: Frühes Aus für den WM-Gastgeber

Die Viertelfinale bei der Billard-WM in Viersen finden ohne Deutschland statt. Zwar gab es am Freitag einen Sieg gegen Peru, doch Kolumbien zog überraschend an den Deutschen vorbei.

Das Unheil war nicht abzusehen. Denn am Freitagabend führte die Türkei bei der Billard-Weltmeisterschaft für Dreiband-Nationalmannschaften gegen Kolumbien nach zwölf Aufnahmen standesgemäß mit 36:23. Noch vier Punkte fehlten zum Sieg gegen die Südamerikaner und Deutschland wäre am Paralleltisch sogar mit einem Unentschieden gegen Peru als Zweiter der Vorrundengruppe D sicher in der nächsten Runde gewesen. Doch daraus wurde nichts. Kolumbien startete eine unglaubliche Aufholjagd und schlug die Türken noch mit 40:38. Das bescherte der Mannschaft des WM-Gastgebers das ebenso überraschende wie enttäuschende vorzeitige Aus, obwohl sie die Peruaner 40:37 schlug.

Zwar hatte das deutsche Team mit Martin Horn (Essen) und Ronny Lindemann (Witten) nach seinem knappen 40:39-Auftaktsieg gegen Kolumbien und der klaren Niederlage gegen die Türken (21:40) am Donnerstag sowie dem Sieg gegen Peru die gleiche Matchbilanz wie Kolumbianer, doch die wiesen einen deutlich besseren Generaldurchschnitt auf und hatten somit im Rennen um Platz zwei die Nase vorne. Über alle Gruppenspiele hinweg gesehen, schafften die Türken durchschnittlich pro Aufnahme (Versuch) 1,586 Punkte, während Deutschland letztlich nur 1,174 Punkte zu Buche stehen hatte.

„Das ist natürlich sehr enttäuschend. Wenn wir auch nicht überragend gespielt haben, haben wir mit den beiden Siegen unsere Hausaufgaben erledigt“, meinte Deutschlands Spitzenspieler Martin Horn. Er und sein Mannschaftskamerad Ronny Lindemann schielten immer mal wieder zu den Türken herüber. Und zunächst sah es auch so aus, als sollte alles den erwarteten Gang nehmen. Doch dann verkürzten die Südamerikaner zunächst durch eine Neunerserie auf 32:37 und gingen wenig später durch eine weitere Serie sogar 40:37 in Front. Hätten die Türken ihren Nachstoß genutzt, um auszugleichen, hätte das für Deutschland auch noch gereicht. Ihnen gelang aber nur noch ein Punkt, was das deutsche Aus besiegelte. „Als wir das mitbekommen haben, war die Luft bei uns raus“, sagte Horn. Immerhin langte es noch zum Sieg gegen die Peruaner, die von Beginn als das schwächste Team der Gruppe D galten.

Für den neuen Dreiband-Bundestrainer Christian Rudolph, der selbst viermal Weltmeister in Viersen wurde und das Turnier liebt, war es ein bitterer Einstand. „Wir haben natürlich nicht unsere beste Leistung gebracht. Aber jetzt direkt nach dem Aus eine abschließende Analyse zu machen, wäre nicht richtig. Wir müssen erst mal eine Nacht darüber schlafen“, meinte Christian Rudolph.

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