Ex-Profi Tugrul Erat hält sich bei Union Nettetal fit

Fußball: Profi aus Nettetal hält sich bei der Union fit

Der ehemalige Düsseldorfer und Duisburger ist derzeit auf Vereinssuche. Beim Fußball-Oberligisten will er sich in Form bringen.

Der SC Union Nettetal hat derzeit einen prominenten Trainingsgast. Tugrul Erat, gebürtiger Nettetaler und zuletzt in der 2. Fußball-Bundesliga beim MSV Duisburg und davor bei Fortuna Düsseldorf aktiv, hält sich beim Oberliga-Aufsteiger fit. Der Vertrag des 26-Jährigen war bei den Zebras für die neue Saison nicht verlängert worden. Aktuell befindet sich der Rechtsverteidiger auf der Suche nach einem neuen Verein.

„Ich muss mich ja schließlich in Form halten“, erklärt Erat, der das Training in Nettetal schätzt: „Selber laufen und ins Fitnessstudio gehen, das ist nichts für mich. Ich muss bei einer richtigen Mannschaft sein.“ Deswegen entschied er sich auch gegen ein Trainingscamp mit anderen vertragslosen Spielern: „Ich wollte unbedingt zu Union.“ Der Kontakt sei über den bestens vernetzten Nettetaler Trainer Andreas Schwan zustande gekommen: „Ich kenne Andi noch sehr gut von früher, als er in der Jugend Trainer in Kaldenkirchen war. Da haben wir oft gegeneinander gespielt. Also habe ich ihn angerufen und er sagte, dass ich ein gerne gesehener Gast bin.“

Erat, der türkische und aserbaidschanische Wurzeln hat, spielte bis zu seinem 17. Lebensjahr für den SC, bevor er zur Fortuna wechselte. „Der Kontakt nach Nettetal ist ja nie abgerissen. Ich bin immer so oft wie möglich zu den Union-Spielen gekommen“, sagt der heimatverbundene Profi und erklärt: „Ich bin halt ein Nettetaler Junge. Die Leute hier sind herzensgute Menschen und ich war auch zu der Zeit, als ich in Duisburg gewohnt habe, so gut wie jeden Tag hier zu Hause.“

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Für Düsseldorf absolvierte Erat zwischen 2013 und 2015 34 Zweitligaspiele und wurde in dieser Zeit unter Trainer Berti Vogts zum aserbaidschanischen Nationalspieler. 2016 wechselte er zum MSV in Liga drei, wo er entscheidend zum Duisburger Wiederaufstieg beitrug. Seine sportlich bislang beste Zeit, wie der Abwehrmann mit Offensivdrang findet: „Ich war Stammspieler, wir sind Meister geworden und haben den Niederrheinpokal gewonnen. Das hat richtig Spaß gemacht.“ In der 2. Liga machte Erat dann acht der ersten neun Spiele für den MSV mit, erwischte bei der 1:3-Pleite gegen Düsseldorf aber einen rabenschwarzen Tag und wurde schon zur Pause ausgewechselt. „Ausgerechnet gegen Düsseldorf“, hadert Erat. In der Folge war er hintendran, hatte mit Verletzungen zu kämpfen und brachte es unter Trainer Ilia Gruev auf keinen Einsatz mehr. „Ich hätte mir eine Chance gewünscht, weil ich im Training gute Leistungen gebracht habe. Ich habe sie aber nicht bekommen“, sagt Erat, zeigt aber auch Verständnis. Schließlich spielte Duisburg als Aufsteiger plötzlich sogar um den Aufstieg mit: „Wenn die Mannschaft eine Riesensaison spielt und auf Platz vier steht, dann hast du als Trainer natürlich auch wenig Argumente, etwas zu ändern.“

Nun hofft Erat auf eine neue Chance: „Mein Berater kümmert sich darum und sucht nach Angeboten aus der Zweiten oder Dritten Liga. Ich finde auch die türkische Liga interessant.“ Seinen nächsten Schritt will sich der Nettetaler jedenfalls gut überlegen: „Ich bin jetzt 26 und will auf keinen Fall den Fehler machen und ein ein Jahr verschwenden. Ich möchte zu einem Verein, bei dem ich merke, dass der Trainer wirklich Interesse an mir zeigt.“ Und so lange hält sich Erat bei seinem Heimatverein fit. „Ich bin es hart gewohnt, aber zu lasch ist das Training hier auf keinen Fall“, sagt er lachend. „Andi hat es bisher jedes Mal geschafft, dass ich mit Muskelkater aufgewacht bin.“

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