Emotionaler Abschied von Martin Banasch beim ASV Süchteln

Fußball-Landesliga : Ein Abschied vom ASV Süchteln voller Emotionen

Insgesamt sechs Jahre war Martin Banasch ein wichtiger Teil der Süchtelner Fußballer. Mit 34 Jahren zog er jetzt einen Schlussstrich.

Der letzte Spieltag einer Saison bietet Platz für viele Emotionen - von Last-Minute-Aufstiegen über Rettungen bis hin zu bitteren Abstiegen ist alles möglich. Für Martin Banasch war der vergangene Sonntag gleich in doppelter Hinsicht etwas Besonderes: Zum einen, weil er mit dem Fußball-Landesligisten ASV Süchteln nach einer schwierigen Saison den Ligaverbleib sicherte und zum anderen, weil er nach dem 5:1-Erfolg über den Düsseldorfer SC 99 seine Laufbahn als Spieler beendete.

„Der Klassenerhalt bedeutet mir natürlich sehr viel. Es war mir sehr wichtig, mich so zu verabschieden“, erklärt der 34-Jährige. „Die Mannschaft hat es einfach verdient, denn wir haben oft gut gespielt, uns aber nicht für den Aufwand belohnt, den wir betrieben haben. Der Verein gehört einfach in die Landesliga.“ Bereits nach dem Aufstehen verspürte Banasch ein anderes Gefühl als sonst vor einem Spiel: „Natürlich macht man sich Gedanken. Und weil es auch noch um viel ging, war ich aufgeregter als üblich. Ich hatte mir trotzdem vorgenommen voranzugehen.“ Als er als Kapitän dann beim gemeinsamen Frühstück Trainer Heinrich Losing, der bekanntlich zum SV Sonsbeck wechselt, vor der Mannschaft verabschiedete, wurde es erstmals emotional. Kurz vor dem Spiel wurden Losing und Banasch dann vom Verein geehrt. „Ich hätte mir keinen schöneren Abgang vorstellen können. Da sind auch Tränen geflossen“, verrät der Mittelfeld-Routinier, „28 Jahre im Fußball sind eben eine lange Zeit.“

Sechs davon trug Banasch das Süchtelner Trikot und verbindet seine schönsten Momente mit dem ASV: „Die beiden Aufstiege waren natürlich absolute Highlights.“ Nach vier Jahren beim 1. FC Viersen wechselte der Rechtsfuß 2011 erstmals in den Sportpark, schloss sich nach zwei Jahren aber dem Bezirksligisten Grün-Weiß Holt an. „Im Nachhinein betrachtet war das ein Fehler. Man sollte so lange wie möglich auf hohem Niveau spielen“, rät Banasch. Als ihn Florian Meier 2015 als frischgebackener Sportlicher Leiter anrief und ihm von der neuen Philosophie des Vereins erzählte, musste er daher nicht lange überlegen. Im ersten Jahr seiner Rückkehr noch in der Relegation gescheitert, stieg der ASV in der Saison 2016/2017 - angeführt von Kapitän Banasch - sensationell am letzten Spieltag in die Landesliga auf.

Bei so vielen Erlebnissen drängt sich natürlich die Frage auf, ob ihm der Fußball in der Zukunft nicht fehlen wird. „Ich bin ein Familienmensch“, antwortet er, „und jetzt habe ich wieder etwas mehr Zeit für meine Frau. Sie hat das alles sehr lange mitgemacht und dafür bin ich ihr sehr dankbar.“ Ganz wird sich Banasch übrigens nicht aus dem Fußballgeschäft zurückziehen. Seit Oktober ist er als Trainer der F2 des SV Lürrip tätig, in der auch sein Sohn spielt. Und wer weiß, vielleicht findet so irgendwann ein weiterer Banasch den Weg auf die Süchtelner Höhen zum ASV.

Mehr von RP ONLINE