Handball : Ein kleiner Schönheitsfehler

Im letzten Meisterschaftsspiel unterlag der Niederrheinmeister aus Lobberich 26:28 bei den Bergischen Panthern. Die Niederlage sollte die Stimmung auf der abschließenden Saisonabschlussfeier dennoch nicht schmälern.

Frauenhandball Der TV Lobberich hat das Saisonfinale verpatzt. Im letzten Spiel verlor der TV 26:28 bei der HSG Bergische Panther. Es ist nur ein kleiner Schönheitsfehler am Ende einer beeindruckenden Saison und verdarb dem Team und seinen Fans keineswegs die Laune bei der anschließenden Aufstiegsfeier in der Neusser Skihalle. 22 Siegen stehen lediglich vier Niederlagen gegenüber. Damit weisen die Frauen als Meister und Aufsteiger in die 3. Liga zwölf Punkte Vorsprung auf den Zweiten, den VfL Rheinhausen aus.

Lobberichs Frauen standen fast immer ganz oben und das lag nicht zuletzt an der guten Defensivarbeit. Der TV kassierte mit Abstand die wenigsten Gegentore. Rund 100 weniger als die Verfolger und 55 weniger als der TuS TD Lank, der als Neunter die zweitbeste Abwehr aufweist. Doch ausgerechnet diese Defensive offenbarte bei den Bergischen Panthern Schwächen. "Wir haben es im gesamten Spiel nicht hinbekommen, eine vernünftige Abwehr zu spielen", sagte Spielertrainerin Melanie Baude. Zunächst fiel das aber nicht einmal so sehr ins Gewicht, weil sich die Mannschaft durch ihr Tempospiel bis zur Pause einen Vorsprung von vier Toren herausarbeitete. "Da haben wir einige schöne Szenen gehabt", erklärte die Spielertrainerin.

Allerdings schmolz diese Führung vom 17:13 an immer mehr zusammen. Die Gastgeber glichen zehn Minuten vor dem Ende zum 24:24 aus und legten danach vor. "Wir waren sehr passiv und sind überhaupt nicht dazu kommen, Aggressivität zu zeigen. Es war sehr ruhig in der Abwehr", sagte Baude. Hinzu kamen einige, wie Baude berichtete, "komische Schiedsrichterentscheidungen", die unter anderem dazu führten, dass der TV sechs Minuten lang mit nur vier Feldspielerinnen auskommen musste. "Manche Zeitstrafen haben wir im Angriff bekommen, da wussten wir überhaupt nicht, warum die ausgesprochen wurden", sagte sie.

Noch einmal wird die Mannschaft am Dienstag trainieren. Bereits nach der Osterpause stehen dann nicht mehr Rheinhausen oder Rheydt, sondern Trier, Kleenheim oder der Thüringer HC im Blickpunkt. Die 3. Liga hält viele Herausforderungen bereit, bei denen die Lobbericher Neuland betreten. Dazu gehört Gebrauch von Harz ebenso wie die Bezahlung von Schiedsrichtern, die möglicherweise aus Freiburg anreisen, so wie es Lobberichs zukünftiger Trainer René Baude zuletzt mit seinem aktuellen Verein TV Beyeröhde im Spiel gegen Recklinghausen erlebte. "Die 3. Liga ist deutlich teurer als die frühere Regionalliga. Man braucht sich nicht zu wundern, dass viele Vereine keine Lizenzen mehr beantragen, weil man sich das nicht leisten kann. Attraktiver wird der Handball dadurch nicht", meinte Melanie Baude.

(RP)