Fußball : Ein hoch geschätzter Kontrahent

Der ASV Süchteln empfängt morgen die SpVg. Odenkirchen, die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Landesliga. Süchtelns Trainer Heinrich Losing hält die Entwicklung bei den Gästen für vorbildlich.

Sechs Punkte braucht der ASV Süchteln als Aufsteiger noch, dann hat er die begehrte 40-Punkte-Marke erreicht und kann davon ausgehen, ein weiteres Jahr in der Fußball-Landesliga zu spielen und seine Planungen entsprechend ausrichten. Schließlich haben die Süchtelner nach der Überwindung des Abstieg-Schocks im Jahr 2014 nie damit hinter dem Berg gehalten, dass sie sich stetig weiterentwickeln und mittelfristig auch wieder vordere Tabellenregionen anpeilen wollen. Eine Mannschaft, die vormacht, wie das gehen kann, empfängt der ASV morgen auf dem Kunstrasen der heimischen Volksbank-Arena. Zu Gast ist die SpVg. Odenkirchen, die nach schwierigen Jahren so etwas wie die Mannschaft der Stunde in der Landesliga ist. Mit inzwischen zwölf Spielen ohne Niederlage hat sich das Team in die Spitzengruppe manövriert.

"Die Odenkirchener sind definitiv ein Vorbild für uns. Da herrscht nach außen hin komplette Ruhe, die machen ihr Ding und lassen den Trainer etwas entwickeln", sagt ASV-Coach Heinrich Losing. 2013 kehrten die Odenkirchener nach vier Jahren in die Landesliga zurück, 2014 übernahm Trainer Kemal Kuc das Ruder und führte das Team direkt auf Platz vier. Auch wenn es in den beiden Jahren danach auch wegen personeller Verwerfungen nicht weiter so gut lief und die Mannschaft zweimal nur knapp den Klassenverbleib schaffte, hielt der Verein aus Mönchengladbach an Kuc fest. Inzwischen hat der 38-Jährige eine homogene und spielstarke Truppe geformt. Dass Kuc regelmäßig nach Serbien reist, um dort für die Uefa-Trainerlizenz die Schulbank zu drücken, deutet darauf hin, dass er nach Höherem strebt, irgendwann auch mal auf professionellem Niveau arbeiten möchte. Klar ist aber, dass er nächste Saison noch bleibt.

"Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie es gehen kann, mit eher geringen Mitteln, etwas zu bewegen. Da wollen wir auch mal hin", sagt Heinrich Losing, der auch die Arbeit des Trainerkollegen schätzt: "Kemal Kuc hat seine klare Handschrift hinterlassen und hat die Spieler weiterentwickelt." Doch klar ist auch: So sehr Losing die Arbeit beim Verein aus der Nachbarstadt auch schätzt, er wird mit seiner Mannschaft morgen alles daran setzen, einen weiteren Schritt in Richtung 40-Punkte-Marke zu gehen. Wie schwer das allerdings wird, das haben die Süchtelner im Hinspiel erfahren, als es eine deutliche 0:3-Auswärtsniederlage setzte. "Das war ein schwaches Spiel mit vielen Ballverlusten und schwachem Zweikampfverhalten. Wenn wir wieder so auftreten, haben wir keine Chance", weiß Losing. Mut macht ihm allerdings, dass seinem Team nur wenige Tage nach dieser Pleite im Kreispokal auf eigenem Platz mit einem 4:2-Sieg eine Revanche gelang. "Wir sind heimstark und brauchen uns sicher nicht zu verstecken, wenn wir alles raushauen", ist Losing überzeugt.

Für sein Team könnte auch sprechen, dass es am vergangenen Spieltag nur eine von vier Mannschaften war, die in der Landesliga auflaufen und somit im Rhythmus bleiben konnten. Zwar gab es eine bittere 0:1-Niederlage beim SC Kapellen in der Nachspielzeit, doch die Leistung, insbesondere bei der Arbeit gegen den Ball, war gut. Allerdings haben die Odenkirchener ihr spielfreies Wochenende genutzt, um den beim 1:1 in Nettetal noch arg dezimierten Kader wieder zu komplettieren. Dagegen haben die Süchtelner gerade auf den offensiven Außenpositionen große personelle Probleme. Mal schauen, ob es dennoch reicht, dem großen Vorbild ein Beinchen zu stellen.

(RP)