Duell zwischen Madeline Folgmann und Julia Ronken

Taekwondo : Den Status als Deutschlands Nummer eins bestätigt

Die Nettetalerin Madeline Folgmann holte sich im Finale der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm gegen die Viersenerin Julia Ronken ihren dritten DM-Titel in Folge.

Bei den Deutschen Meisterschaften im westfälischen Lünen standen aus heimischer Sicht ein Finalkampf zwischen zwei Freundinnen und ein grandioses Comeback im Fokus. In der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm sicherte sich Madeline Folgmann von der TG Jeong Eui Nettetal durch einen 4:0-Sieg gegen die Viersenerin Julia Ronken (TSC Gladbeck) ihren dritten DM-Titel in Folge und bestätigte damit ihren Status als Nummer eins in Deutschland. Ihr Vereinskollege Jens Leewen holte nach langer Wettkampfpause Bronze in der Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm.

Das Aufeinandertreffen zwischen Folgmann und Ronken ist immer etwas Besonderes, schließlich kennen sich die beiden schon lange und haben trotz der Konkurrenzsituation in derselben Gewichtsklasse auch ein gutes Verhältnis zueinander. So legten sie beispielsweise vor einigen Jahren bei der Abschlussveranstaltung der RP-Sportlerwahl im Kreis Viersen eine tolle Show hin und verkauften ihre Sportart auch durch ihr sympathisches Auftreten glänzend. Das vergangene Jahr war dann mit Blick auf dieses Grenzlandduell ein ganz besonderes. Dreimal trafen die beiden aufeinander. Bei den Dutch Open und bei der DM 2019 wurde Folgmann jeweils im Halbfinale ihrer Favoritenstellung gerecht, doch bei den Polish Open setzte sich zum ersten Mal Ronken durch und zog so ins Finale ein. Für die Viersenerin ein klares Signal, dass sie leistungsmäßig zu der TG-Athletin aufgeschlossen hat, wie sie damals im Interview mit unserer Redaktion erklärte. Für Folgmann war es dagegen eine weitere Bestätigung, dass sie in der vorolympischen Saison unter ihren Erwartungen blieb. Umso wichtiger für ihre Olympia-Ambitionen, dass sie jetzt bei der DM die nationale Konkurrenz in Schach hielt. Vor ihrem 4:0-Finalsieg gegen Ronken hatte Folgmann nämlich auch ihre vermeintlich stärkste Konkurrentin Roxana Nothaft aus Nürnberg klar geschlagen (18:8).

Jens Leewen meldete sich nach sieben Jahren eindrucksvoll zurück. „Ich wollte es noch mal wissen und habe mich die letzten Monate mit meinem Trainer Björn Pistel intensiv und zielgerichtet auf diese Meisterschaft vorbereitet“, sagte der 27-jährige Brüggener. Der eigentliche Auslöser für das Comeback des Angestellten bei der Burggemeinde Brüggen war, dass er voriges Jahr den zweiten Dan machte und wieder das Training aufnahm. Ein erstes Testturnier im Dezember in Sindelfingen beim Park-Pokal zeigte bereits, dass er noch viel von seiner alten Klasse hatte. Im ersten DM-Kampf gegen Titelverteidiger Philipp Trzeciak kam Leewen gleich gut auf Touren und siegte gegen den Norddeutschen 15:7. Im Viertelfinale wandelte Leewen gegen den Dachauer Islam Karimov einen 0:9-Rückstand in einen 15:9-Sieg um. Dort unterlag er trotz guter Leistung dem Friedrichshafener Azat Manukjan nach einem spannenden Kampf bis in die Schlussphase mit 2:5.