Handball : Dülken ohne Chance

Zum Saisonauftakt in der Oberliga unterlagen die Handballer der SG Langenfeld 18:27 (7:10). Dabei überzeugten die Gastgeber zu Beginn in der Defensive, konnten ersatzgeschwächt aber nicht mehr mithalten.

Handball Mehr war nicht drin. Jedenfalls nicht viel mehr. Deshalb standen Dülkens Spieler nach Spielschluss auch ziemlich entspannt mit einer Kaltschale im Foyer der Sporthalle Ransberg. "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, in der zweiten noch einigermaßen mitgehalten", sagte Niklas Voß. Letztlich hatte der Außenseiter aber nie eine ernsthafte Chance, das Spiel zu gewinnen. Dafür waren die Gäste aus Langenfeld viel zu stark — personell, konditionell und spielerisch. Und gewannen am Ende 27:18 (10:7).

Kein Wunder. Denn die Dülkener mussten am Ende froh sein, dass sie überhaupt eine wettkampftaugliche Mannschaft auf das Feld bekommen hatten. Zu viele Verletzte hatten die Vorbereitung ad absurdum geführt. Leistungsträger wie Mark Kämmerling mussten fast ohne Training ran oder wie Pascal Mertens noch angeschlagen. Diese Nachteile kompensierte die SG in den ersten 25 Minuten eindrucksvoll. Wie immer ackerte das Team in der Abwehr bemerkenswert gut. Zudem parierte Hendrik Nietsch im Tor einige Bälle. Aus dem Rückraum kamen die langen Langenfelder wie Christian Majeres nicht durch und auch am Kreis war Andreas Nelte in den Armen der Dülkener gut aufgehoben. Nur den schnellen Matthias Herff bekamen die Dülkener nicht in den Griff.

Das Problem der Dülkener lag im Angriff. Dort erzeugten sie zu wenig Druck, um Langenfelds Abwehr nachhaltig Probleme bereiten zu können. Hatten sich die SG-Akteure dann einmal durch die Abwehr gearbeitet, fanden sie oft ihren Meister in Tobias Geske im Tor der Langenfelder. "Der hat sehr gut gehalten", sagte Dülkens Trainer Achim van Heinsberg. Geske ist ein Beispiel für die unterschiedlichen Möglichkeiten beider Teams. Der 25-Jährige kam vom Drittligisten Wermelskirchen nach Langenfeld. Dülkens Torhüter-Neulinge sind der doppelt so alte Didi Grotelaers aus Straelen und Nachwuchsmann Patrick Dönni aus Aldekerk.

Bis zum 6:7 blieb das Spiel spannend. Doch in der Schlussphase der ersten Hälfte vergaben die Dülkener einige gute Chancen, so dass Langenfeld mit 10:7 in die Pause ging. Im zweiten Spielabschnitt spielte Langenfeld seine Überlegenheit in allen Belangen aus. In der 48. Minute führten die Gäste 21:12. "Da war die Luft raus", sagte Niklas Voß. "Wir haben zu viele Würfe vergeben. Ich alleine habe in der ersten Halbzeit bestimmt vier verworfen", sagte der 31-Jährige. Der Routinier war dennoch mit sieben Toren der beste Werfer.

Trainer Achim van Heinsberg war trotz der Niederlage nicht enttäuscht: "Sie waren uns körperlich überlegen. Mannschaften wie Langenfeld sind nicht unsere Gegner. Wir müssen uns mit Lank, Hiesfeld und Hamborn messen."

(RP/ac)
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