Handball Dülken deklassiert Borussia

Die SG sorgte in der Handball-Oberliga mit 36:27-Sieg gegen Spitzenreiter Mönchengladbach für einen Paukenschlag. Der Aufsteiger führte den Favoriten auch zur eigenen Überraschung phasenweise sogar vor.

Oberliga Nicht wenige der über 400 Zuschauer in der Dülkener Ransberghalle rieben sich verwundert die Augen. Nicht der große Favorit aus Mönchengladbach glänzte. Nein. Die SG Dülken brillierte von der ersten bis zur letzten Sekunde. Nach einer herausragenden Leistung siegte der Aufsteiger auch in der Höhe völlig verdient 36:27 gegen Borussia. „Damit hat keiner gerechnet. Ich selber auch nicht. Jeder Spieler hat mehr als 100 Prozent gegeben. Das war überragend“, sagte Dülkens Trainer Goran Sopov mit noch etwas belegter Stimme nach einer langen Nacht.

Gemeinsam mit seinem Trainerkollegen und Freund Zoran Cutura von Borussia Mönchengladbach hatte Sopov das Spiel analysiert. Eine echte Erklärung für das, was die Dülkener geleistet oder was Gladbach mit sich hatten machen lassen, fanden sie nicht.

Die Dülkener spielten schnell, schnörkellos und unglaublich aggressiv in der Abwehr. Sie waren zwischenzeitlich so überlegen, dass sie beinahe wie im Training zu einfachen Toren kamen. Borussia hingegen ließ schon beim 1:6 die Flügel hängen und ergab sich nach dem 16:27 beinahe ohne Gegenwehr in sein Schicksal. Erst als Dülken einige Zeitstrafen kassierte, konnte Mönchengladbach ein wenig verkürzen.

Hebben wuchs über sich hinaus

Den Grundstein zum Erfolg legte die SG in der Abwehr. Sie schaffte es, im Zentrum ein Gedränge wie auf dem Weihnachtsmarkt zu erzeugen. Es gab kein Durchkommen. Weder für Tobias Elis noch für Martin Kuhlen. Die beiden Rückraumschützen der Gladbacher brachten es zusammen gerade einmal auf drei Tore. Hinter dieser starken Abwehr wuchs Kai Hebben im Tor über sich hinaus. Von allen Positionen und in fast jeder Situation brachte der Keeper einen Teil seines Körpers an den Ball. Rund 50 Prozent aller Würfe wehrte Hebben ab. Damit gehörte er zu den Garanten des Erfolges.

Obwohl es schwer fällt, aus der starken Dülkener Mannschaft einzelne Spieler hervorzuheben, muss Tobias Reich genannt werden. Der Youngster durfte zum ersten Mal von Beginn an spielen, da Kreisläufer Mark Kämmerling verletzungsbedingt fehlte. Reich erzielte sechs Tore. „Er hat Kämmerling wunderbar ersetzt“ freute sich Sopov.

Borussias Trainer Zoran Cutura mochte gar nicht glauben, was er da gesehen hatte. „Gratulation an Dülken und Goran Sopov. Sie haben sehr stark gespielt. Wir haben aber kein einziges Tor aus dem Rückraum geworfen und mindestens 15 Gegenstöße kassiert“, meinte er kopfschüttelnd.

(RP)
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