Drei Neulinge aus Viersen in der Fußball-Bezirksliga

Fußball : 1. FC Viersen als prominentester Neuling

Gleich drei Vereine aus dem Viersener Stadtgebiet sind neu in der Fußball-Bezirksliga. Der 1. FC mit seiner bewegten und erfolgreichen Historie kam von oben herunter. Der TDFV und Dülken sind dagegen Aufsteiger.

Der Fußball schreibt bekanntlich seine ganz eigenen Geschichten. Wie auch in der vergangenen Saison. Da wäre etwa die des 1. FC Viersen, der über viele Jahre hinweg mit höherklassigem Fußball auf sich aufmerksam gemacht hat, in diesem Sommer aber mit dem Abstieg in die Bezirksliga am Tiefpunkt der Vereinshistorie angekommen ist. Dennoch ist das Team sicher der prominenteste Neuling in der siebten Liga. Oder die Geschichte des TDFV Viersen, der ebenso wie der 1. FC seine Heimspiele am Hohen Busch austrägt, innerhalb von zwei Jahren den Durchmarsch von der B-Liga bis in die Bezirksliga gepackt hat und plötzlich mit dem Stadt-Konkurrenten in einer Liga spielt. Oder die des Dülkener FC, der ebenfalls neu in der Bezirksliga ist. Der DFC packte den lang ersehnten Aufstieg und empfängt am ersten Spieltag ausgerechnet den „großen“ Lokalrivalen 1. FC Viersen.

Gemäß seiner erfolgreichen Vereinshistorie, ist keine Überraschung, dass der 1. FC Viersen mit der direkten Rückkehr in die Landesliga liebäugelt. Auch wenn die Mannschaft einen größeren Umbruch vollziehen musste. Nach einer erst guten Vorbereitung, in der zu Beginn der Grenzland-Cup gewonnen wurde, haderte Trainer Daniel Saleh zuletzt mit großen Personalproblemen, die sich aber in den nächsten Tagen legen sollen. „Ich habe hier eine Truppe, die definitiv das Potenzial hat, ganz oben mitzuspielen. Aber wir haben starke Konkurrenten“, sagt Saleh. In gestalt von Victoria Mennrath, dem Rheydter SV und der DJK/VfL Giesenkirchen werden drei Teams aus Mönchengladbach ein Wörtchen um die vorderen Plätze mitreden wollen. Auch die beiden Landesliga-Absteiger aus Moers, der VfL Repelen und der SV Schwafheim, werden sicherlich den Anspruch auf die Top-Platzierungen melden. Saleh hat zudem noch den VfL Tönisberg auf der Rechnung.

Das Derby zum Auftakt gegen den Dülkener FC ist in zweierlei Hinsicht besonders interessant: Die beiden Klubs – deren Sportanlagen nur rund einen Kilometer Luftlinie voneinander entfernt sind – treffen sich zum ersten Mal überhaupt in einem Punktspiel. Und mit einer kürzlich verkündeten Kooperation machen sie sogar gemeinsame Sache. Offizieller Auftakt der Zusammenarbeit war am vergangenen Samstag die gemeinsame Saisoneröffnung im Dülkener Stadtgarten, bei der beide Bezirksliga-Teams zu einem Testspiel über zweimal 25 Minuten gegeneinander antraten. Viersen gewann zwar mit 3:1, doch Daniel Saleh wollte das Ergebnis nicht zu hoch hängen. Was daran lag, dass auch die Dülkener noch mit enormen Personalproblemen zu kämpfen hatten.

Diese müssen sie bis zum kommenden Sonntag bestmöglich in den Griff bekommen, um gegen die Viersener zum richtigen Zeitpunkt auch mal einen Sieg einzufahren. Denn schon vor zwei Wochen unterlag Dülken dem 1. FC in der Trostrunde des Brüggener Burgpokals mit 1:4. Den einzigen echten Testspielsieg für den DFC gab es vor einer Woche beim 3:0-Auswärtserfolg gegen die Reserve der VSF Amern. Ein Punktgewinn oder gar ein Sieg im Lokalduell am Sonntag wäre gleich mal ein optimaler Start auf dem Weg zum Klassenerhalt für die Mannschaft vom neuen Trainer Matthias Denneburg. Schließlich ist es das Dülkener Ziel, sich wieder in der Bezirksliga zu etablieren.

Spannend wird auch zu sehen sein, wie der Aufsteiger TDFV Viersen mit einem runderneuerten Team in die Bezirksliga-Saison startet. Mehr als ein Dutzend Neuzugänge hat der Klub zu verzeichnen, auf der anderen Seite stehen allerdings auch Abgänge wie der des starken Melih Karakas, den es zum Landesligisten VfR Krefeld-Fischeln gezogen hat. Mit dem SV Schwafheim wartet am Samstag (16 Uhr) gleich eine echte Bewährungsprobe auf das Team von Aufstiegstrainer Aytac Azmaz. Nach zwei Siegen, zwei Niederlagen und dem Ausscheiden in der Vorrunde des Grenzland-Cups hofft der TDFV auf ein gutes, letztes Testspiel am Mittwoch beim A-Ligisten SC Hardt, um mit dem nötigen Schwung in die Saison zu starten. In welche Richtung es letztlich gehen wird, dürfte sich gleich in den ersten Wochen zeigen.

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