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Die Winterbilanz des ASV Süchteln in der Fußball-Landesliga

Fußball-Landesliga : ASV Süchteln in der Defensive und im Abschluss zu fehlerhaft

Vor der Winterpause ist der ASV Süchteln in der Fußball-Landesliga deutlich unter den Erwartungen geblieben. Im Endeffekt ist der Abstand zu den Abstiegsrängen besorgniserregend klein. Die Gründe für diese negative Entwicklung liegen auf der Hand.

In seiner zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Landesliga hat der ASV Süchteln mehr Probleme, als viele im Sommer vermutet hatten. Eine starke Spielzeit, die in einem ungefährdeten Klassenverbleib mündete, und namhafte Zugänge schürten extern und intern Erwartungshaltungen, die die Mannschaft bislang nicht erfüllen konnten. Sie überwintert mit nur 22 Punkten gefährlich nah an den Abstiegsplätzen.

Stand der Dinge Die 22 Punkte aus 20 Spielen kamen mit sieben Siegen, einem Unentschieden und satten zwölf Niederlagen zustande. In der vergangenen Spielzeit hatten die Süchtelner nach der gleichen Anzahl an Spielen fünf Zähler mehr  Die Menge der Niederlagen ist alarmierend, genauso schlecht waren nur Schlusslicht TSV Meerbusch II und Aufsteiger Holzheimer SG. Ein Blick aufs Torverhältnis deutet an, wo die Süchtelner Probleme liegen. 38 eigene Treffer sind Mittelmaß, während 46 Gegentore der drittschlechteste Wert der Liga ist.

Ausgangslage Vordergründig gelang es den Süchtelnern im Sommer, sich quantitativ und qualitativ breiter aufzustellen. Dass namhafte Spieler wie Maurice Heylen und Lucas Reinert kamen, zeigte, dass sich die gute Arbeit beim ASV herumgesprochen hatte. Allerdings gab es auch die Hypothek, mit einigen Dauerverletzten und Rekonvaleszenten in die Saison zu starten. Der ASV war nicht vom Glück verfolgt und hatte letztlich viele Ausfälle zu beklagen, auch berufsbedingt.

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Stärken Im Vergleich zur Vorsaison hat Trainer Heinrich Losing die spielerische Komponente noch weiter verbessert. Mit seinen schnellen Offensivakteuren spielten die Süchtelner manchen Gegner in der Anfangsphase schwindelig und erarbeiteten sich so zahlreiche Tormöglichkeiten. Doch aus dieser Stärke ergibt sich gleichzeitig auch eine entscheidende Schwäche. Die Süchtelner benötigen viel zu viele Großchancen, um den Ball ins Tor zu bringen.

Schwächen Das häufige Auslassen der teils toll herausgespielten Chancen wäre nur halb so dramatisch, wenn die Defensive des ASV sicher stehen würde. Doch in die Abwehrarbeit bekommt Losing keine rechte Stabilität, was die Anzahl der Gegentore belegt. Es gibt also vorne und hinten massive Probleme  — eine fatale Kombination. In der vergangenen Saison bekam Losing das irgendwann in den Griff, auch weil Youngster Ben Plauk zusammen mit Bonko Smoljanovic ein starkes Innenverteidiger-Pärchen bildete und die Viererkette dann insgesamt gut funktionierte. Doch die Kette kann wegen der personellen Probleme so nicht mehr spielen, hinzu kommt die Schwächung des defensiven Mittelfelds durch den Langzeitausfall eines Führungsspielers wie Martin Banasch.

Personalien Als sich Markus Keppeler während der Hinrunde aus dem Kader des Oberligisten SC Union Nettetal verabschiedete, gab es schnell Signale, dass er nach Süchteln wollte. Nettetal erteilte ihm kürzlich die Freigabe, so dass er dem ASV ab dem 3. Februar für Pflichtspiele zur Verfügung steht. Das ist insofern wichtig, als sich der Südkoreaner Kyujin Choung in der Heimat einer schweren Knie-Operation unterziehen musste und so eine Alternative für die Offensive gebraucht wird.  Vom Bezirksligisten TuRa Brüggen kommt Linksfuß Nils Graé als defensive und offensive Alternative für die linke Außenbahn. Spannend wird die Frage, wie das Team damit umgeht, dass schon klar ist, dass der Trainer nach der Saison zum SV Sonsbeck wechselt. „Wir haben ein charakterstarkes Team, da mache ich mir keine Sorgen“, erklärt Heinrich Losing.

Ausblick Vorigen Freitag sind die Süchtelner in die Wintervorbereitung gestartet, genau eine Woche später steht um 19.30 Uhr daheim der erste Test gegen den A-Ligisten SV Vorst an. Auf die Viersener Hallenstadtmeisterschaften verzichten die Süchtelner komplett, die Reserve wird antreten. Zum einen ist der Terminplan bis zum Start am 3. Februar beim TSV Meerbusch II sehr eng, zum anderen soll das Risiko weiterer Verletzungen minimiert werden. Weitere Testspiele gibt’s gegen die DJK/VfL Giesenkirchen, den TuS Fichte Lintfort und den 1. FC Viersen.