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Handball: Die SG Dülken zieht ihr Oberliga-Team zurück

Handball : Die SG Dülken zieht ihr Oberliga-Team zurück

Nach einem offenen Gespräch mit allen Verantwortlichen traf der Klub die Entscheidung "aus sportlichen und organisatorischen Gründen".

Der Oberliga-Handball in Dülken ist Geschichte. Gestern verkündete die SG Dülken, dass die Handball-Abteilung ihre Erste Männermannschaft vom Spielbetrieb in der Oberliga Niederrhein zurückziehen wird. Wie es in einer Presseinformation des Vorstandes heißt, geschieht dies "aus sportlichen und organisatorischen Gründen". Aktuell wird daran gearbeitet, wenigstens das Zweite Männerteam in der Bezirksliga am Leben zu erhalten.

Eigentlich hätten die Dülkener genau in einer Woche ihr erstes Meisterschaftsspiel gegen die Bergischen Panther bestreiten sollen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Der Verein zog nach einem Gespräch mit dem Trainer und Vertretern der Mannschaft die Reißleine. Nach fünf Jahren in der Oberliga ist Schluss, weil sich vor Trainer, Mannschaft und den Verantwortlichen ein Berg von Problemen auftürmte und sie keinen anderen Ausweg mehr sahen. "Es war ein offenes und ehrliches Gespräch", sagte der SG-Vorsitzende Frank Rimkus.

"Sicherlich spielen auch die Finanzen eine wichtige Rolle. Doch in diesem Punkt war man einer tragfähigen Lösung bereits näher gekommen. Es fehlt aktuell eine Organisationsstruktur innerhalb der Handballabteilung. Trotz intensiver Bemühungen vom neuen Trainer Dieter Pietralla, Kai Brandenburg und Kapitän Mark Kämmerling und anderen konnte kein adäquater Kader aufgebaut werden", heißt es in der Mitteilung des Vereins. "Dies wäre die Grundlage, um eine solide Trainerarbeit zu gewährleisten", wird Trainer Dieter Pietralla zitiert.

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"Wir haben jetzt vier Monate trainiert, aber das reicht einfach nicht", sagte Pietralla bereits vor einigen Tagen im Gespräch mit der RP. Sechs bis neun Feldspieler, so wie es in Dülken in den letzten Wochen der Vorbereitung war, sind viel zu wenig, um den Überlebenskampf in der Oberliga erneut zu überstehen. Und es sind viel zu wenig, um die Vorgabe, die Pietralla bei seinem Antritt im Frühjahr formulierte, nämlich nicht nur gegen den Abstieg spielen wollen, auch nur im Ansatz umzusetzen. "Es ist eine Schande, was da passiert. Wir haben uns acht Jahre gesteigert und uns mit den Mitteln, die da sind, in der Oberliga gehalten. Das ist sehr, sehr schade", sagte Spieler Mark Kämmerling gestern.

2008 gelang der Mannschaft mit Spielertrainer Goran Sopov der Aufstieg aus der Verbandsliga in die Oberliga. Seitdem kämpfte die SG mit begrenztem Etat als Underdog gegen die Großen der Zunft. Regelmäßig galt sie als erster Abstiegskandidat, doch mit unbändigem Willen und viel Engagement behauptete sich die SG bis zuletzt. Die Zahl derer aber, die sich auf und vor allem neben dem Platz im Hintergrund engagieren, schrumpfte über die Jahre merklich. Die Dülkener schafften es nicht, der Entwicklung frühzeitig entgegenzuwirken. Nun steht ein Neubeginn an.

"Es bedarf eines Neustarts mit Funktionsträgern, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen, den Spielbetrieb wieder zuverlässig organisieren und gemeinsam an der Weiterentwicklung sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich arbeiten", heißt es in der Presseinformation. Am 18. September lädt der Klub darum alle Handballer um 19.30 Uhr zur Abteilungsversammlung in das Vereinsheim nach Dülken ein.

(wiwo)