Lokalsport Die Lage in der Landesliga spitzt sich zu

Grenzland · Aus Sicht des Grenzlandes herrscht sowohl im Aufstiegsrennen als auch im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga noch Hochspannung. Wie das Ganze endet, wird auch von Faktoren beeinflusst, auf die die Teams keinen Einfluss haben.

 Hier hütet Lars Bergner noch das Tor des 1. FC Viersen. Vor dem Derby am Sonntag gegen die VSF Amern wurde bekannt, dass Bergner nächste Saison zu den Schwalmtalern wechselt.

Hier hütet Lars Bergner noch das Tor des 1. FC Viersen. Vor dem Derby am Sonntag gegen die VSF Amern wurde bekannt, dass Bergner nächste Saison zu den Schwalmtalern wechselt.

Foto: Jörg Knappe

Anders als gestern berichtet, ist die Rückkehr des TSV Meerbusch in die Fußball-Oberliga noch nicht zu 100 Prozent perfekt. Doch spannend ist die Frage, ob die Meerbuscher Erstvertretung am Ende aufsteigt, nicht mehr wirklich. Denn bei noch drei ausstehenden Spielen und neun Punkten Vorsprung auf Rang drei, der eventuell auch noch die Chance auf Relegationsspiele mit sich bringt, sowie einem gigantisch besseren Torverhältnis (+37) ist die Vollzugsmeldung nur noch eine Frage der Zeit. Wahrscheinlich wird es für den Tabellenführer schon nächsten Sonntag nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Mönchengladbach soweit sein. Dafür ist das Rennen um den zweiten Platz zwischen Union Nettetal und dem SC Velbert sowie der Abstiegskampf mit den beiden Grenzlandteams 1. FC Viersen und VSF Amern noch extrem spannend. Der Ausgang dieser Entscheidungen wird von mehreren Faktoren beeinflusst, auf die die Teams teils keinen Einfluss haben und die sich auch von Woche zu Woche ändern. Wir erklären den Stand der Dinge.

Regionalliga Sowohl der Kampf um den Aufstieg als auch der gegen den Abstieg in der Landesliga wird bekanntlich durch die Absteiger aus der Regionalliga beeinflusst. Kommen von dort eine oder mehrere Mannschaften aus dem Gebiet des Fußball-Verbandes Niederrein (FVN) herunter, reduziert das die Anzahl der Aufsteiger in die Oberliga und erhöht die Anzahl der Absteiger in die Bezirksliga. Deshalb konzentrieren sich alle Blicke auf Fortuna Düsseldorf II. Sah es vor einigen Wochen noch so aus, als steuerten die Fortunen sicher in Richtung Klassenverbleib, hat sich das inzwischen geändert. Der Bonner SC hat mächtig Boden gutgemacht. Zwar gewann Düsseldorf am Wochenende das direkte Duell mit den Bonnern 2:1 und schaffte den Sprung auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Doch der BSC liegt nur einen Punkt zurück und hat wegen eines Nachholspiels noch zwei Partien zu bestreiten, während die Düsseldorfer nur noch einmal spielen. Der BSC hat also sein Schicksal selbst in der Hand. Gewinnen die Düsseldorfer ihr letztes Spiel, könnten sie aber auch noch am 1. FC Köln II vorbeiziehen, wenn der sein Saisonfinale verliert. Steigt Düsseldorf trotz aller Rechenspiele ab, bedeutet das für die Landesliga, dass die beiden Drittplatzierten nicht mehr um einen fünften Aufstiegsplatz spielen dürfen. Am anderen Ende der Tabelle würden auch die beiden 15. direkt absteigen und die 14. hätten noch die Chance, mit den sechs Vize-Meistern der Bezirksligen vier freie Plätze in der Landesliga auszuspielen. Nicht unwahrscheinlich, dass manch einer beim FVN nicht ganz unglücklich wäre, wenn es tatsächlich die Fortuna-Reserve träfe. Denn dann käme ein Rechenfehler nicht zum Tragen, der den Verbandsfunktionären bei der Auf- und Abstiegsregelung vor der Saison unterlaufen war. Im Falle von fünf Aufsteigern aus der Landesliga müsste nächste Saison eine Landesliga-Staffel mit 19 Teams und eine Bezirksliga-Staffel mit 17 Teams antreten. Steigt aber Fortuna ab und nur vier Landesligisten gehen hoch, ginge die Rechnung wieder auf, es gäbe zwei Gruppen à 18 Teams.

Derby Aktuell stehen die VSF Amern mit 31 Punkten auf Rang 14, im Falle eines Fortuna-Abstiegs der Relegationsplatz. Der 1. FC Viersen rangiert mit 28 Punkten als 17. auf einem direkten Abstiegsplatz. Das verdeutlicht die Bedeutung des direkten Aufeinandertreffens beider Mannschaft am kommenden Sonntag. Die Viersener müssen das Derby schon fast gewinnen, um bei ihrem extrem schlechten Torverhältnis noch realistische Chancen auf den direkten Klassenverbleib zu haben. Für Amern wäre ein Sieg ein großer Schritt dorthin. Vor dem Derby verkündeten die Amerner noch eine interessante Personalie. Lars Bergner, derzeit Torwart in Viersen, wird nächste Saison für die VSF auflaufen.

Rückzug Zu einem schwer zu kalkulierenden Faktor im Abstiegskampf ist seit voriger Woche der VdS Nievenheim geworden, der am Wochenende auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht ist. Der Klub aus Dormagen hat angekündigt, sein Team zurückziehen zu wollen. Das hätte aber nur Relevanz für die Konkurrenz im Tabellenkeller, wenn Nievenheim mindestens auf einem Relegationsplatz landen würde. Erklärt der Verein rechtzeitig, also bis zum 3. Juni 24 Uhr, seinen Rückzug, wäre das VdS-Team automatisch Letzter und alle zunächst hinter ihm platzierten Mannschaften würden einen Rang aufrücken.

(RP)