Fußball : "Die Freundschaft muss ruhen"

Trainer Helmut Mertens spricht über den guten Saisonstarts des Aufsteigers TSV Kaldenkirchen in der Bezirksliga, das anstehende Spiel bei Rhenania Hinsbeck und seine Sympathien für den Derbygegner.

Sie sind am Sonntag um 15 Uhr mit dem TSV Kaldenkirchen bei Rhenania Hinsbeck zu Gast. Ist die Vorfreude auf das Derby angesichts von sechs Punkten aus drei Spielen Ihrer Mannschaft noch ein wenig größer als sonst?

Mertens Die Freude auf ein Derby ist immer groß. Nach Hinsbeck komme ich besonders gerne, schließlich habe ich dort vier schöne Jahre als Trainer verbracht und kenne daher noch viele Rhenania-Spieler. Ich verstehe mich auch mit Trainer Tom Neber sehr gut, wir haben früher zusammen Fußball gespielt, später war er in Grefrath noch einer meiner Spieler. Da ist also keine Rivalität drin, ich hege vielmehr Sympathie für den Verein. Aber ich werde sicher nicht Beifall klatschen, wenn Rhenania Hinsbeck am Sonntag gegen uns gut spielt. Da muss die Freundschaft für 90 Minuten ruhen.

Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?

Mertens Ich erwarte, dass wir da weitermachen, wo wir vergangene Woche in Strümp aufgehört haben. Wir haben bislang drei gute Spiele abgeliefert und in Strümp ein 0:2 in einen 3:2-Sieg gedreht. Das spricht für die Moral der Mannschaft.

Hat Sie Ihre Mannschaft mit diesem Start positiv überrascht?

Mertens Auf jeden Fall, schließlich haben wir keine optimale Vorbereitung absolviert. Wir hatten einige verletzte oder noch gesperrte Spieler, andere waren im Urlaub. Und die Testspiele gegen Bezirksligisten haben wir verloren. Doch auch eine gute Vorbereitung garantiert keine Punkte. Die Mannschaft hat zum richtigen Zeitpunkt den Hebel umlegen können.

Das hat sie auch beim 3:2-Sieg in Strümp getan...

Mertens Da haben wir gezeigt, dass wir eine gute Mentalität in der Truppe haben und auch bei einem 0:2-Rückstand nicht die Köpfe hängenlassen. Ich weiß aber nicht, wie oft so ein aufwendiges Spiel durchzuhalten ist.

Hinsbeck wartet noch auf den ersten Saisonpunkt, hat seine beiden Spiele bislang verloren. Macht dieser Umstand die Aufgabe leichter oder schwieriger für Ihr Team?

Mertens Ich denke, dass es dadurch eher schwieriger wird. Hinsbeck hat eine ähnlich schlechte Vorbereitung hinter sich wie wir. Tom Neber erzählte mir schon, dass sein Team vielleicht noch ein paar Wochen bis zur Bestform braucht. Doch er hat eine erfahrene Mannschaft, die sich in der vergangenen Saison lange unter den ersten Fünf gehalten hat. Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Ich hoffe nur nicht, dass Hinsbeck es gegen uns wieder voll abruft.

Ihre Mannschaft bestach in Strümp vor allem durch erfolgreiche Standards...

Mertens Das ist aber eigentlich gar keine Spezialität von uns und war wohl eher Zufall. Im Vorjahr haben wir schließlich nur ein Tor nach Standards erzielt.

Fakt ist aber, dass Kaldenkirchen seine beiden bisherigen Auswärtsspiele gewonnen hat...

Mertens Und ich hoffe, dass diese Serie auch am Sonntag hält. Am besten hält sie gleich die ganze Saison, wobei das wohl nicht der Fall sein wird. Man muss bedenken, dass wir einen sehr dünnen Kader haben. Wenn da einige Stammkräfte ausfallen, wird es eng.

Wie sieht die Personallage aus?

Mertens Mirko Schröders und Sören Goltz fehlen verletzt, Dennis Datko ist im Urlaub. So etwas gehört zum Amateur-Fußball dazu.

Thomas Grulke führte das Gespräch

(togr)
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