Lokalsport: Deutschland muss ums Viertelfinale zittern

Lokalsport: Deutschland muss ums Viertelfinale zittern

Nach einem verheißungsvollen Start gegen Kolumbien verloren die Deutschen bei der Billard-WM gestern Abend gegen die Türkei.

Vor dem gestrigen Auftaktspiel bei der Billard-WM für Dreiband-Nationalmannschaften in der Viersener Festhalle wussten die Deutschen nicht so recht, wie sie ihre Gegner aus Kolumbien einschätzen sollen. Nach dem souveränen 40:10-Sieg stand fest, dass auch nur die kleinste Sorge im Vorfeld vertaner Zeit gewesen wäre, denn die Südamerikaner zeigten sich zu keiner Phase der Partie konkurrenzfähig mit Martin Horn und Ronny Lindemann. Doch gestern am späten Abend kam dann die kalte Dusche für die Deutschen. Gegen die Türkei, die am Mittag parallel Peru klar mit 40:24 besiegt hatte, kassierten sie eine unerwartet deutliche 21:40-Niederlage. So wird die Partie heute (18 Uhr) gegen Peru, das gestern Abend knapp Kolumbien schlug, zum Endspiel um den Einzug ins Viertelfinale.

Foto: Beineke David

Dass die Deutschen gegen die Türkei so fahrig auftreten und keinen Rhythmus finden würden, war nach der Partie gegen die Kolumbianer nicht abzusehen gewesen. Bundestrainer Wolfgang Zenkner war jedenfalls zufrieden mit dem ersten Auftritt seiner Schützlinge: "Das war ein ordentlicher Start mit ein paar guten Serien. Das macht Hoffnung." In den ersten vier Aufnahmen punkteten Horn und Lindemann, wobei sie bei ihrem dritten Versuch sogar sechs Punkte am Stück machten. Die Kolumbianer kamen dagegen überhaupt nicht in die Partie, taten sich offenbar mit dem neuen Material und dem Druck eines Auftaktspiels schwer. Den ersten Punkt überhaupt machten sie in der siebten Aufnahme, und obwohl auch die Deutschen dann nicht mehr ganz so zuverlässig punkteten, lagen Südamerikaner schon zur Pause mit 5:20 im Hintertreffen.

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Kurz nach der Unterbrechung brachten sich Horn und Lindemann dann mit einer starken Zwölferserie endgültig auf die Siegerstraße. Nach einer weiteren Serie von sieben erfolgreichen Stößen war es dann dem Dortmunder Ronny Lindemann in der 26. Aufnahme vorbehalten, den Sack zuzumachen. "Anfangs war ich schon ein wenig unruhig und nervös. Aber dann hat mich Ronny mitgezogen. Dann wollten wir das Ding nach Hause bringen, ohne einen Schönheitspreis zu gewinnen", sagte der Essener Martin Horn als Deutschlands Nummer eins und fügte selbstkritisch an: "Wir haben definitiv noch Luft nach oben. Ich bin froh, dass wir am Abend noch mal spielen. Dann können wir die Fehler ausmerzen, die wir gemacht haben."

Diese guten Vorsätze konnten die deutsche Nationalmannschaft allerdings nicht umsetzen. Gegen die Türkei mit Semith Sayginer und Tayfun Tasdemir erwischten sie einen ganz schwachen Start. Eine frühe Serie der Türken sorgte schnell für einen 2:12-Rückstand, der Horn und Lindemann offenbar derart unter Druck setzte, dass ihnen so gut wie nichts gelang. Zur Pause lagen sie bereits mit 7:20 im Hintertreffen. Und als die Türken dann gleich nach Wiederbeginn fünf Punkte in Serie machten, war offenbar alle Hoffnung dahin. Die Deutschen fingen sich zwar ein wenig, doch der Vorsprung der Türken war so groß, dass ihr Sieg nicht mehr in Gefahr geriet.

(RP)