Billard: Deutschland muss sich im Viertelfinale steigern

Billard: Deutschland muss sich im Viertelfinale steigern

Nach der schwachen Leistung in der zweiten Vorrundenpartie gegen die Türkei zogen die Deutschen gestern bei der Billard-WM gegen Peru in die K.o.-Runde ein. Dort geht's heute Abend weiter.

Nach der eher schwachen Vorstellung gegen die Türkei im zweiten Spiel am Donnerstag hatten die deutschen Nationalspieler gestern Abend gegen Peru ein bisschen was gutzumachen. Zum einen, um sich selbst zu zeigen, dass sie es besser können, zum anderen, um wenigstens als Gruppenzweiter den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen. Denn die Runde der letzten Acht ohne den Gastgeber der Billard-WM für Dreiband-Nationalmannschaften wäre ein echter Stimmungskiller für die Festhalle gewesen. So weit ließen es Martin Horn (Essen) und Ronny Lindemann (Dortmund) dann auch nicht kommen. Durch einen nie gefährdeten 40:19-Erfolg gegen die Südamerikaner erreichten sie ihr Minimalziel - hinter der Türkei, die parallel keine Probleme mit den Kolumbianern hatte.

Was ihre persönliche Leistungsfähigkeit anbelangt, machten die beiden Deutschen zwar einen Schritt nach vorne, doch beide können mit Sicherheit noch mehr. "Vielleicht lag es auch daran, dass die Peruaner nie richtig in Tritt gekommen sind und uns damit auch nicht unter Druck gesetzt haben", sagte Martin Horn. Gerade die deutsche Nummer eins brauchte gestern sehr lange, um überhaupt mal einen erfolgreichen Stoß hinzubekommen. Erst in der siebten Aufnahme traf Horn erstmals, führte eine Vorlage des gut ins Spiel gestarteten Lindemann weiter und trug damit seinen Teil zur ersten kleinen Serie bei (3). Hatte Horn zuvor häufiger mit dem Kopf geschüttelt, quittierte er seinen ersten Punkt mit einem erleichterten Lächeln. Zu diesem Zeitpunkt führten die Deutschen 7:3. Als in der zwölften Aufnahme eine Viererserie gelang, sah es so aus, als könnte der deutsche Zug Fahrt aufnehmen, doch in der Folge war es Ronny Lindemann, der etwas schwächelte. "Da waren aber auch einige richtig schwere Stellungen dabei", meinte der 37-jährige Dortmunder hinterher. Da war es in der Tat gut, dass die Peruaner nicht die Klasse hatten, um eine Aufholjagd einzuleiten, Deutschland ging mit 20:9 in die Pause.

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Spätestens, als dann in der 24. Aufnahme eine deutsche Sechserserie zum 31:13 gelang, gab es nicht mehr den geringsten Zweifel an einem deutschen Erfolg. Danach spielten Lindemann und Horn den Sieg routiniert nach Hause. "Aus dieser Partie haben wir unsere Lehren gezogen. Wir dürfen nicht so sensibel spielen, sondern müssen die Kugeln laufenlassen", erklärte Ronny Lindemann. Erkenntnisse, die Horn trotz der durchwachsenen Vorstellung selbstbewusst machen: "In der K.o.-Runde ist mit uns Deutschen immer zu rechnen. Ich denke, niemand möchte gerne gegen uns spielen." Feststeht nur, dass die Viertelfinals heute um 17 Uhr und 20 Uhr anstehen. Wer gegen wen spielt, das ergibt sich erst endgültig, wenn am Vormittag die letzten Gruppenspiele absolviert sein werden. Der beste Gruppensieger trifft auf den viertbesten Gruppenzweiten, der zweitbeste Gruppensieger auf den drittbesten Gruppenzweiten und so weiter. Neben der Türkei stand gestern schon Titelverteidiger Südkorea als Gruppenerster fest. Martin Horn möchte aber nur die Niederlande als nächsten Gegner vermeiden: "Bei denen spielt Dick Jaspers aktuell in einer unglaublichen Form."

(RP)
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