Handball : Derby-Zeit in Lobberich

Im Lokalduell gegen die SG Dülken geht es für beide Teams mehr als drei Punkte. Der TV will den Heimvorteil und die Euphorie als Aufsteiger nutzen, der Gast kämpft vor allem mit vielen Ausfällen.

Handball Auch am Sonntag gibt es für einen Sieg nur zwei Punkte. Das bleibt bei sachlicher Betrachtung hängen. Doch der Sport lebt von Emotion und Leidenschaft, von Siegern und Verlierern. Das ist das Salz in der Suppe. Und deshalb geht es für den TV Lobberich und die SG Dülken im Derby am Sonntag (11.45 Uhr) in der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich um so viel mehr. "Wir sehen dem mit viel Freude entgegen", sagt Manfred Wählen.

Der Trainer des Aufsteigers weiß, dass seine Mannschaft zumindest psychologisch im Vorteil ist. Im vergangenen Jahr eilte das Team von Erfolg zu Erfolg, krönte eine starke Saison mit dem Aufstieg in die Oberliga und holte dort gleich am ersten Spieltag in Solingen beim 33:33 einen Punkt. Das bringt Selbstvertrauen. Hinzu kommt der Heimvorteil, den die Lobbericher vor ihren "handballhungrigen Fans" natürlich gerne nutzen.

"In Lobberich ist es immer voll"

Die Dülkener wissen, was sie dort erwartet. "Das ist eine tolle Sache. In Lobberich ist es immer voll. Das macht es nicht einfacher, aber das ist auch das Schöne. Solche Spiele treiben uns Handballer an", sagt Dülkens Trainer Goran Sopov. Er erinnert daran, dass die Vergleiche, egal in welchem Wettbewerb oder welcher Liga, immer spannend waren und in der Regel knappe Ergebnisse lieferten. Damit rechnet er auch dieses Mal. Seine Mannschaft steht allerdings mehr unter Druck. "Im ersten Spiel gegen Neuss konnten wir als Außenseiter eigentlich nur gewinnen. Das ist jetzt anders. Lobberich spielt wahrscheinlich wie wir gegen den Abstieg. Solche Spiele gegen direkte Konkurrenten muss man eigentlich gewinnen", erklärt der Dülkener Coach.

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Die SG muss jedoch wie schon beim knappen 29:31 gegen Neuss improvisieren. Die drei Verletzen Lars Brandenburg, Fabian Reich und Steffen Sips fehlen nach wie vor. Auch Pascal Mertens ist angeschlagen und kann nicht trainieren. Sopov wird sich mit Peter Ix, dem Trainer der zweiten Mannschaft, absprechen, wer in dieser Übergangsphase aushelfen kann. "Wir müssen jedenfalls ein paar Leute haben, aber wir dürfen nicht jammern. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und dürfen nicht so viele Zeitstrafen wie gegen Neuss kassieren", erklärt Sopov.

Auch Wählen schärft seinen Akteuren ein, die Rahmenbedingungen dieses Derbys beim ersten Heimspiel auszublenden und sich auf das eigene Spiel zu fokussieren: "Wir müssen unser Spiel machen und dürfen uns nicht verrückt machen lassen. Wir müssen den Rhythmus finden, die Systeme auf den Punkt spielen und Tempo machen. Das ist gegen Solingen geglückt. 33 Tore im Angriff sind ein Wort." Die Lobbericher bangen noch um den Einsatz von Tobias Fuchs und Christoph Steller.

(wiwo)