Der SC Union Nettetal im einem selten engen Abstiegskampf

Fußball-Oberliga : So eng ist der Oberliga-Abstiegskampf

Das Erreichen der 40-Punkte-Marke schützt in der laufenden Saison der Fußball-Oberliga nicht vor dem Abstieg. Selbst wenn der SC Union Nettetal auf 42 Zähler kommen sollte, wird das in der ausgeglichenen Klasse wohl nicht genügen.

Die erste Saison des SC Union Nettetal in der Fußball-Oberliga ist gespickt mit vielen großartigen Momenten in der Meisterschaft, aber auch im Niederrheinpokal. So konnte etwa gegen die aktuelle Top Fünf der Liga gepunktet werden, inklusive der Siege beim ehemaligen Zweitligisten 1. FC Bocholt und in Ratingen. Feiertage waren auch die Pokalauftritte, unvergessen wird insbesondere das Viertelfinale vor knapp 1800 Zuschauer in der heimischen Christian-Rötzel-Kampfbahn trotz der 0:3-Niederlage gegen RW Essen bleiben. Doch so positiv die bisherige Gesamtbilanz angesichts so vieler couragierter Auftritte gegen vom Papier her teils übermächtige Gegner eigentlich ausfallen müsste, umso bitterer ist es, dass die Nettetaler zwei Spieltage vor Saisonende mit 39 Punkten immer noch heftig zittern müssen. Die ungeschriebene Regel, dass ein Durchbrechen der 40-Punkte-Grenze zum Klassenverbleib reicht, ist außer Kraft gesetzt.

39 Zähler haben immer gereicht, seit in der Saison 2014/2015 in der Oberliga Niederrhein mit 18 Teams gespielt wird. In dieser Spielzeit stieg der SV Sonsbeck mit 37 Zählern ab, in den drei Jahren danach waren maximal 34 Zähler vonnöten, um weiter in der Oberliga zu bleiben. Und die Nettetaler haben sogar noch zwei Spiele vor sich, um zu punkten. Davon ausgehend, dass die nächste Heimpartie am Sonntag gegen den bereits als Absteiger feststehenden TV Jahn Hiesfeld gewonnen wird, käme der SCU auf 42 Punkte, doch selbst die werden angesichts des Restprogramms der noch verbliebenen Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg aller Voraussicht nach nicht reichen. Zumal es auch noch die Hypothek eines schlechten Torverhältnisses gibt. Da müsste schon im letzten Saisonspiel beim Meister VfB Homberg eine dicke Überraschung gelingen, um an der Konkurrenz vorbeizuziehen.

Die hat sich voriges Wochenende auf vier Mannschaften reduziert, die noch realistisch von den Nettetalern eingeholt werden können. Allerdings haben diese Teams schon alle mehr Punkte auf dem Konto als die Union und bis auf den SC Düsseldorf-West alle noch eine Partie gegen rechnerisch schon abgestiegene Gegner im Restprogramm. Und die Westler hoffen am letzten Spieltag im Notfall sicher auf einen nicht mehr ganz so motivierten Stadtrivalen TuRU. Nettetal hat sein Schicksal also aktuell nicht mehr in der eigenen Hand und kann nach dem Regionalliga-Abstieg des SV Straelen nicht mal mehr auf eine Relegation hoffen, sollte es beim aktuellen Platz 15 bleiben.

Dass in dieser Saison so viele Punkte nötig sind, um die Liga zu halten, spricht für eine große Ausgeglichenheit. Das belegt der Vergleich zur Vorsaison. Da betrug der Abstand zwischen Absteiger VfR Fischeln auf Rang 15 und dem 16. TuRu Düsseldorf satte zehn Punkte. In diesem Jahr könnte ein Zähler den Ausschlag geben. Doch SCU-Coach Andreas Schwan bleibt nach fünf Punkten aus den drei jüngsten Spielen optimistisch, auch wenn das 0:0 gegen den SC Velbert eigentlich zu wenig war: „Wir sind auf einem gute Weg und wollen nach dem nächsten Spiel auf einem Nicht-Abstiegsplatz stehen. Und dann kann am letzten Spieltag alles passieren.“

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