Dennis Homann hat bei Union Nettetal noch keine Punktspielminute verpasst

Fußball-Oberliga: Vom Fußballrentner zum Dauerbrenner

Eigentlich wollte Dennis Homann seine Fußballkarriere im Sommer beenden. Doch die Oberliga reizte ihn noch mal, er verpasste bislang keine Punktspiel-Minute für Union Nettetal. Gegen den SC Velbert bremst ihn eine Sperre aus. 

Mit 33 Jahren befinden sich die meisten Amateurfußballer schon im Spätherbst ihrer Karriere. Dann kreisen oftmals Gedanken um die Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Karriere auf Wettkampfebene zu beenden. Schließlich ist das ein Alter, in dem häufig Lebensbereiche wie Familie und Beruf einen immer größeren Raum einnehmen. Das war bei Dennis Homann nicht anders, als er sich im Sommer nach dem Landesliga-Abstieg mit dem 1. FC Viersen dazu entschied, Trainer Daniel Saleh mitzuteilen, dass er nach vier Jahren bei den Viersenern seine Fußballschuhe endgültig an den berühmten Nagel hängt.

Zu diesem Zeitpunkt hätte er sich nicht träumen lassen, dass er ein paar Monate später beim Oberliga-Aufsteiger Union Nettetal der Dauerbrenner schlechthin ist. Er ist der einzige Spieler im Kader von Trainer Andreas Schwan, der bislang in allen 14 Punktspielen über 90 Minuten auf dem Platz stand. Dass er am heutigen Samstag im Auswärtsspiel beim Mitaufsteiger SC Velbert diese beachtliche Serie nicht fortsetzen kann, hat keine sportlichen oder verletzungsbedingten Gründe. Vielmehr holte sich der 33-Jährige beim 1:1 daheim gegen den VfB Speldorf seine fünfte Gelbe Karte ab und muss demzufolge ein Spiel gesperrt zuschauen. „Zuschauen ist zwar schwer, aber mit einer Gelben Karte kann man seiner Mannschaft auch manchmal helfen. Wir haben genug Qualität im Team, um meinen Ausfall auszugleichen“, sagt Homann.

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Eigentlich hatte er im Sommer aufhören wollen, weil er Vater geworden ist und sich die junge Familie ein Häuschen gekauft hat. Doch wie es der Zufall dann wollte, traf er Union-Coach Andreas Schwan, der wie er Lehrer ist, bei einer schulischen Veranstaltung. Die beiden lernten sich besser kennen und schätzen und blieben in Kontakt. Als sich dann bei den Nettetalern Außenverteidiger Max Pohlig schwer verletzte, ging alles ganz fix. „Das Feuer war schnell wieder geweckt“, erinnert sich Homann, der dann auch wenig Probleme hatte, seiner Frau den Sinneswandel zu vermitteln. „Sie ist selber Sportlerin und kann mich gut verstehen“, erklärt Homann.

Nachdem er in seinen jungen Karrierejahren schon mal bei TuRU Düsseldorf in der damaligen Niederrheinliga gekickt hatte, sah Homann es als großen Reiz an, sich noch mal auf diesem Niveau zu behaupten. Er weiß, warum es derzeit bei ihm so gut läuft: „So fit wie aktuell war ich schon lange nicht mehr.“ Als Sport- und Biolehrer an der Liebfrauenschule in Grefrath-Mülhausen weiß er, wie er seinen Körper leistungsfähig hält. Als Außenverteidiger mit Offensivdrang muss er jedenfalls viel laufen. Dass ihm im Gegensatz zur Vergangenheit in der Landesliga in der Oberliga noch kein Tor gelungen ist, ficht ihn nicht an: „Natürlich treffe ich gerne, aber ich kann der Mannschaft mit meiner Erfahrung auch so helfen“, betont Homann. Das kann Union-Coach Andreas Schwan nur bestätigen: „Er hilft uns fußballerisch und als Typ.“ Gegen Velbert muss es allerdings ein anderer richten, schließlich wollen die Nettetaler ihre Serie von drei ungeschlagenen Spielen in Folge möglichst fortsetzen.

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