Fußball: Defensiven Viersenern fehlt die Durchschlagskraft

Fußball : Defensiven Viersenern fehlt die Durchschlagskraft

Daheim unterlag der 1. FC Viersen in der Fußball-Landesliga dem Aufstiegskandidaten SC Kapellen-Erft mit 0:2.

Als der 1. FC Viersen und der SC Kapellen-Erft zum bis gestern letzten Mal aufeinandergetroffen waren, da spielten beiden Mannschaften noch in der Niederrheinliga (entspricht der heutigen Oberliga Niederrhein). Am 4. März 2012 hieß es 1:1. Die seligen Zeiten sind für die Viersener schon lange vorbei, denn nach der Saison 2011/2012 zogen sie sich bekanntlich freiwillig in die Fußball-Landesliga zurück. Dort sind die Kapellener seit dem Abstieg im Sommer auch wieder angekommen. Beide waren gestern nur noch ein Schatten erfolgreicherer Tage, doch Kapellen setzte sich am Hohen Busch in einer insgesamt schwachen Partie aufgrund der größeren Spielanteile letztlich verdient mit 2:0 (1:0) durch.

Nach einem Zwischenhoch steht Viersen jetzt wieder auf einem Abstiegsplatz. Klar, dass das nicht für gute Laune sorgte. Hatte sich Trainer Daniel Saleh nach der Derbyniederlage in Amern in der Woche zuvor schon sehr wortkarg gezeigt, schickte er gestern Co-Trainer Alexi Triantafillidis vor. Der sah die Verantwortung für die dritte Niederlage in Folge weniger im eigenen Lager, sondern zu einem großen Teil beim Schiedsrichtertrio: "Wie viel Moral soll die Mannschaft eigentlich noch zeigen. Immer werden die entscheidenden Situationen gegen uns gepfiffen, das geht so nicht weiter." Besonders nagte die Szene in der 42. Minuten an ihm, als Viersen endlich mal über die rechte Seite Tempo aufnahm, Petar Popovic scharf vors Tor passte und Michael Nelißen vermeintlich zum 1:1 traf. Schiedsrichter Marvin Szlapa zeigte zum Mittelpunkt, doch einer der Linienrichter reklamierte Abseits.

Das wäre ein versöhnlicher Abschluss einer ersten Hälfte gewesen, die in weiten Teilen für die Gastgeber nach Plan lief. Nach der Gegentorflut der Vorwochen versuchte Daniel Saleh nämlich, die Abwehr zu stärken, indem er Dennis Richter draußen ließ und ohne den gesperrten Lars Werth-Jelitto auf der Doppelsechs mit Simon Hetterle und Almir Arapovic auf eine defensive Variante setzte. Das funktionierte insofern, als Kapellen zwar dominierte, aber nicht zu klaren Chancen kam. Die Viersener lauerten auf Konter und wären in der 17. Minute auch fast belohnt worden, als Petar Popovic alleine aufs Tor zu lief, dann aber am Torwart scheiterte. Auf der anderen Seite hatte Kapellen nach einem Standard im Strafraum zu viel Platz und ging durch Mark Schiffer in Führung (25.).

Was sich die Hausherren nach der Pause auch vorgenommen hatten, es war nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff schon wieder Makulatur. Denn nach einer Flanke von rechts fiel das Spielgerät dem nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannten Sven Raddatz auf den inzwischen kahlen Schädel und sprang von dort unhaltbar ins Viersener Tor. Während Kapellen danach in den reinen Verwaltungsmodus schaltete, fehlten den Gastgebern trotz allem Bemühen in der Offensive die Mittel, um nachhaltig für Gefahr zu sorgen. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, kämpferisch und läuferisch hat sie alles gegeben", sagte Triantafillidis. Gegen Kapellen war das zu wenig.

Viersen: Bergner - Yanik, Smikalla, Rajic-Miskovic, Homann - Nelißen, Arapovic (66. Richter), Hetterle, Klouth (70. Pötter) - Beckers, Popovic. Tore: 0:1 (25.) Schiffer, 0:2 (47.) Raddatz. Zuschauer: 60

(RP)
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