Fußball : Dank Altmeister auf Aufstiegskurs

Bernd Huintjes (35) hat seine Karriere eigentlich 2014 beendet. Als Reaktivierter hilft er nun dem Fußball-A-Kreisligisten Dülkener FC im Meisterschaftskampf.

Viersen (pas-) Im Mittelpunkt steht Bernd Huintjes äußerst ungern. "Ich muss zugeben, dass ich kein Freund davon bin, einen Spieler rauszuheben", sagt der Stürmer des A-Kreisligisten Dülkener FC. Das hat der Routinier mit seinen 35 Jahren auch nicht mehr nötig. Trotzdem war er beim 3:2-Sieg bei Union Nettetal II mit zwei Treffern der entscheidende Mann. Dabei hatte Huintjes seine Karriere eigentlich schon 2014 beendet.

"Hier war im Winter Not am Mann. Und da ich mich mit dem Verein weiterhin verbunden fühle, habe ich zugesagt, als Trainer Klaus Ernst fragte", erklärt der Mittelfeldmann, der sich bereits zum zweiten Mal reaktivieren ließ. Schon in der Hinrunde der Vorsaison hatte er elf Spiele gemacht, "bis mein Knie malade war". Dass in dieser Saison der Aufstieg möglich ist, diente für Huintjes als zusätzliche Motivation: "Wenn ich dann auch noch dabei mithelfen kann, die Meisterschaft zu holen, macht das extra viel Spaß." Acht Spiele hat der Routinier in der Rückserie bisher bestritten und dabei vier Tore erzielt. Die bislang wichtigsten beim Erfolg in Nettetal. "Das war eine richtig knappe Kiste, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben", sagt der Doppelpacker. Nach einem 0:1-Halbzeitrückstand drehte Dülken zwar durch Huintjes und Pano Savvidis das Spiel, kassierte zehn Minuten vor Abpfiff aber das 2:2. Doch dann kam der Mittelfeldrecke, schraubte sich hoch und köpfte eine Flanke von Alexander Jütten unhaltbar in die Maschen (88.). Und spätestens als die Dülkener später die Info erreichte, dass der Hauptkonkurrent TuS Gellep mit 1:4 gegen Bockum verloren hat, sei die Stimmung bestens gewesen: "Als wir das erfahren haben, war der Jubel riesengroß."

Im Aufstiegsrennen liegt Dülken drei Punkte hinter Gellep, hat allerdings noch drei Nachholspiele. In den kommenden englischen Wochen kann der FC also auf den Aufstiegsplatz klettern. "Da sind noch ein paar knifflige Aufgaben dabei. Aber jetzt wollen wir den Aufstieg", sagt Huintjes. Auch wenn der 1,92 Meter große Dauerläufer wieder vom Fußballfieber gepackt wurde, soll im Sommer Schluss sein: "Ich denke nicht, dass ich mit dann 36 Jahren weitermache. Zumal die Bezirksliga vom Tempo noch einmal ganz anders ist." Huintjes muss es wissen, schließlich spielte er schon zu seinen Bestzeiten acht Jahre mit Dülken und sechs Jahre beim VfL Willich höherklassig. "Als dann das zweite Kind kam und ich auch beruflich stark eingebunden war, habe ich aufgehört", sagt er. Den Unterschied kann Bernd Huintjes aber auch heute noch ausmachen - auch wenn er das eigentlich gar nicht über sich hören möchte.

(pas)