Fußball : Criens bot Rücktritt an

Nach dem misslungenen Saisonstart des SC Waldniel wollte der ehemalige Bundesliga-Profi seinen Hut nehmen. Der Vorstand lehnte ab – der Trainer sitzt weiter auf der Bank. Nun geht es ins Derby gegen Union Nettetal.

Nach dem misslungenen Saisonstart des SC Waldniel wollte der ehemalige Bundesliga-Profi seinen Hut nehmen. Der Vorstand lehnte ab — der Trainer sitzt weiter auf der Bank. Nun geht es ins Derby gegen Union Nettetal.

Die Niederlagen haben Spuren hinterlassen. Nach der letzten Heimpleite gegen den OSV Meerbusch wurde Hans-Jörg Criens, Trainer des Bezirksligisten SC Waldniel, beim Vorstand vorstellig.

Er bot angesichts des katastrophalen Saisonstarts des "Vorbereitungs-Meisters" seinen Rücktritt an. Doch noch sitzt der ehemalige Borussia-Profi weiter auf der Bank. "Der Vorstand hat mir sein Vertrauen ausgesprochen", sagt Criens. "Ich übernehme auch in schwierigen Situationen gerne die Verantwortung. Wir werden diese Phase gemeinsam meistern."

Bereits in der vergangenen Saison misslang der Start der Schwalmtaler gründlich — damals kostete das Trainer Raimund Schleszies den Job. Criens jedoch darf weitermachen. Und zwar im Derby gegen Union Nettetal. Vom Potenzial her ein Spitzenspiel. Wenn, ja wenn Waldniel nicht so weit hinter den eigenen Ansprüchen herhinken würde. Lediglich ein Sieg gegen den Aufsteiger SSV Strümp steht auf der Habenseite. Die Mannschaft hat es bislang nicht geschafft, an die fabelhafte Vorbereitung, in der unter anderem die Vorbereitungsturniere in Amern, Brüggen und Waldniel gewonnen wurden, anzuknüpfen.

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Criens mahnte bereits damals vor einer zu großen Euphorie. Beim Blick auf die nackten Zahlen wird recht schnell deutlich, woran es im Spiel der Waldnieler hapert. 13 Gegentore nach dem sechsten Spieltag sind für eine Mannschaft mit Aufstiegsambitionen zu viel. Zum Vergleich: Tabellenführer Willich musste bislang erst einen Treffer hinnehmen.

Auch im Spiel gegen die nicht gerade offensivstarken Meerbuscher leisteten sich die Waldnieler laut Obmann Andre Stapper Leichtsinnsfehler. "Eigentlich haben wir wenig zugelassen. Der OSV hat unsere kleinen Fehler eiskalt ausgenutzt. Am Ende standen wir mit leeren Händen da, obwohl wir klar die bessere Mannschaft waren."

Aber nicht nur die individuellen Fehler mahnt Criens an. "Wir sind in der Rückwärtsbewegung nicht schnell genug, lassen dem Gegner dadurch zu viele Freiheiten." Dies soll gegen Nettetal nicht noch einmal passieren. "Wir müssen eine andere Körpersprache an den Tag legen. Ich erwarte von meinen Führungsspielern, dass sie mehr Verantwortung übernehmen", fordert Criens, der mit seiner Mannschaft im Oktober nur Heimspiele absolviert. Doch über Ziele möchte man momentan nicht sprechen. "Uns fehlen mindestens fünf Punkte, die wir leichtfertig vergeben haben. Daher sollten wir erst einmal dafür sorgen, dass wir zu unserem Spiel und unseren Stärken finden."

(RP/rl)