Schach: Coenen gewinnt das Turnier, Welzel den Titel

Schach : Coenen gewinnt das Turnier, Welzel den Titel

Fast bewegungslos sitzt Philipp Welzel (Sgem. Nettetal) da. Mit verschränkten Armen, ausgestreckten Beinen, überkreuzten Füßen. Minutenlang. Nur das Ticken der Uhren an den einzelnen Tischen ist im Hinsbecker Parkstübchen zu hören.

Dann endlich zieht der 24-Jährige einen weißen Bauern und schlägt damit einen schwarzen Bauern. Schnell die Zeit anhalten, und Gegner Markus Köntges (Rheydter SV) ist dran.

43 Züge dauert die Finalpartie zwischen den beiden Teilnehmern der Nettetaler Stadtmeisterschaft. Sie endet Remis — das reicht Philipp Welzel für den Titel. Als Drittplatzierter wird er Stadtmeister, den Turniersieg holt Michael Coenen (Köln-Porz) vor seinem Vater Siegfried (Sgem. Hochneukirch). Für Welzel ist nicht nur der Titel eine Premiere: Zum ersten Mal hat der Willicher das Turnier geleitet. Dabei lief nicht alles glatt, vor dem Finale legte ein Spieler einen Protest gegen die Auslosung ein.

Bevor die letzte Runde im Parkstübchen startete, ging der Vorsitzende der Schachgemeinschaft Nettetal, Jochen Post, auf den Protest ein. Der Spieler werfe dem Verein vor, die Turnierregeln zugunsten eigener Mitglieder gebeugt zu haben, sagte er. Hintergrund: Obwohl Heinz Toubartz (Turm Brüggen) und Jonas Kurzweg (Sgem. Nettetal) noch ihre Partie der vorletzten Runde nachspielen mussten, durften die Nettetaler Bernd Schäfers und Karl Groß ihre Finalpartien vorspielen. Es treffe zu, dass dadurch die Auslosung für das Finale verzerrt worden sei, gab Jochen Post zu. "Vier Partien würden anders gespielt werden, aber keine entscheidet über den Titel."

"Wir lehnen den Protest ab", sagte Post. Im Verein werde jetzt darüber diskutiert, ob in Zukunft bei der Stadtmeisterschaft noch Partien vor- und nachgespielt werden dürften. Mit ein paar Minuten Verspätung konnte dann das Finale im Parkstübchen beginnen. Turnierleiter Philipp Welzel fiel es dabei besonders schwer, sich zu konzentrieren: "Ich muss ja auch auf das Drumherum achten und wenn nötig als Schiedsrichter fungieren", erzählte er, bevor es losging.

Bereits nach einer knappen halben Stunde einigten sich der Führende Michael Coenen und sein Vater Siegfried auf Remis. Nur acht Züge dauerte es, bis sich Jonas Kurzweg gegen Manfred Wassermann (Sgem. Nettetal) durchgesetzt hatte. Damit sicherte sich der Nettetaler Nachwuchsspieler den Jugendpokal. Den Seniorenpreis hatten Bernd Schäfers und sein Vereinskamerad Wilhelm Schmitz bereits in der vorgezogenen Partie unter sich ausgespielt. Schäfers gewann.

(RP)