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Handball: Clevere Lobbericher siegen in Remscheid

Handball : Clevere Lobbericher siegen in Remscheid

Gegen einen Gegner, der mit dem Rücken zu Wand stand, setzte sich der Handball-Oberligist aus Nettetal auswärts mit 27:25 durch. Angesichts der angespannten Personaldecke ging der TVL ökonomisch mit seinen Kräften um.

Die Handballer des TV Lobberich belohnten sich mit dem 27:25 (11:6)-Erfolg bei der HG LTG/HTV Remscheid für eine engagierte und sehr clever geführte Partie. Die Lobbericher behaupten damit einen Platz in der oberen Tabellenhälfte der Oberliga, während in Remscheid die Zeichen auf Abstieg stehen. Der Rückstand auf den Drittletzten beträgt vier Punkte und nächste Woche müssen die Remscheider zum TV Aldekerk, der mit einem Sieg schon frühzeitig sein Meisterstück feiern könnte.

Der Sieg der Lobbericher war ein Sieg des Willens und der Selbstbeherrschung in einer in jeder Hinsicht schwierigen Partie. Für die Remscheider ging es ums Überleben. Die Lobbericher mussten schauen, dass sie angesichts der dünnen Spielerdecke mit ihren Kräften haushielten. Aber dann brachten die Schiedsrichter schon nach drei Minuten Farbe ins Spiel und damit jede Menge Emotion.

Die Referees hielten Christopher Liedtke die Rote Karte vor die Nase. In einer Offensivaktion wollte sich der Lobbericher von seinem Gegenspieler mit einer Drehung losreißen und traf diesen dabei. "Das kann unmöglich Absicht gewesen sein. Das hat selbst der Gegenspieler gesagt", meinte Lobberichs Trainer Jurek Tomasik mächtig verärgert.

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Die Entscheidung aber stand. Sie stellte die Lobbericher vor eine völlig veränderte Aufgabe und die meisterten sie mit Bravour. "Ich ziehe meinen Hut, dass diese Mannschaft sich in dieser Atmosphäre so verkauft hat", sagte TVL-Coach Jurek Tomasik.

Seine Mannschaft zog vom 5:5 auf 10:5 davon. Zur Pause führten die Lobbericher 11:6. In der Defensive spielte die Mannschaft ungeheuer stark. Die Spieler ließen die Remscheider nicht zur Entfaltung kommen. Außerdem konnte sich Torhüter Bastian Nagel einige Male auszeichnen.

In der zweiten Hälfte hielten die Lobbericher die Gastgeber immer ein wenig auf Distanz. Sie führten 14:9 und 18:14. Erst am Ende wurde es etwa knapper. Einige, wie Tomasik meinte, "seltsame Entscheidungen" und fünf Zeitstrafen gegen die Lobbericher sorgten für Spannung. Die Remscheider schlossen zum 22:24 auf. "Wir haben die Ruhe bewahrt und waren in der Lage, den Vorsprung clever zu verwalten", sagte Tomasik.

Dennis Föhles machte ein starkes Spiel. Der Rückraumspieler erzielte sechs Tore. Christian Welzel, ansonsten im Zentrum eher für die kernige Abwehrarbeit verantwortlich, musste auch im Rückraum ran und markierte aus der zweiten Reihe drei Treffer. "Das hat uns enorm geholfen", meinte Tomasik. Marcel Schatten, kam nach seiner Verletzung erstmals wieder zum Einsatz. Er erzielte in der zweiten Hälfte vorentscheidende Treffer.

In der Schlussminute sah auch noch Benedikt Liedtke die Rote Karte. Da war der Erfolg der Lobbericher schon in trockenen Tüchern. Der jüngste der Liedtke-Brüder muss aber nach der Entscheidung der Schiedsrichter mit einer Sperre rechnen.

(wiwo)