Christopher Hermes als Toptorschütze bei den SF Neuwerk

Fußball-Bezirksliga : Schottischer Stürmer geizt nicht mit Toren

Christopher Hermes hat großen Anteil am guten Saisonverlauf der SF Neuwerk. Jetzt geht’s gegen Rheydt.

Schotten gelten im Allgemeinen als sparsames Volk. Doch Christopher Hermes, Stürmer des Bezirksligisten SF Neuwerk, widerlegt dieses Stereotyp. Denn mit Toren geizt er nicht, seine bisher 13 Saisontreffer hatten großen Anteil am guten Abschneiden des Aufsteigers, der derzeit Rang sechs in der Bezirksliga Gruppe 3 belegt.

Geboren wurde Christopher Hermes Ende September 1993 in der schottischen Stadt Dunfermline. Wenig später verschlug es ihn nach Mönchengladbach. Als Teenager ging es zurück nach Schottland in die Obhut seiner Großmutter. Dort schloss er sich dem lokalen Fußballclub Dunfermline Athletic an, für die er die letzten Juniorenjahre und später sogar in der zweiten schotttischen Liga auflief. Dann kehrte er wieder nach Neuwerk und schloss sich 2012 den Sportfreunden an. In der Saison 2017/2018 reizte ihn das Angebot, für VSF Amern in der Landesliga zu spielen. Über eine Station beim Rheydter SV kehrte er aber doch wieder nach Neuwerk zurück, wo er sportlich und privat heimisch geworden ist. Er sieht Vaterfreuden entgegen. Sportlich hatten vier Personen großen Einfluss auf ihn. Amerns Trainer Willi Kehrberg habe er am meisten zu verdanken, sagte Hermes.

Sein jetziger Trainer Michele Fasanelli habe ihm die richtigen Laufwege erklärt. Unter Rene Schnitzler habe er unter anderem disziplniertes Verhalten gelernt. Und Nummer vier ist Ferdi Berberoglu, der in allem ein Vorbild sei, erklärt Neuwerks Stürmer weiter. Womit sich der Kreis schließt, denn am Wochenende steigt im RSV-Stadion das Stadtderby zwischen dem Rheydter SV und Neuwerk. „Das ist für mich ein besonderes Spiel, ist es doch das letzte Bezirksligaspiel in diesem Stadion. In vielen Jahren wird dann immer noch auf diese Partie hingewiesen“, meint er.

Interessant dürfte der direkte Vergleich mit Berberoglu sein. Beide haben bisher 13 Tore für ihre Teams erzielt. Beide Mannschaften sind Tabellennachbarn (RSV 5., Neuwerk 6.) und spielen in einer „eigenen Liga“. Dass der als Fensterbauer tätige Hermes den Durchblick haben und weiter Tore am Fließband schießen möchte, darüber würde sich seine 83 Jahre alte Oma in Schottland freuen. Sie verfolgt sogar Live-Streams im Internet auf soccerwatch.tv und drückt ihm aus der Ferne beide Daumen.

Der bisher von schweren Verletzungen verschonte Torjäger möchte aber trotz aller Verbundenheit zu den Sportfreunden eine neue Herausforderung in der Landesliga nicht ausschließen. Aber wichtiger erscheint ihm ein gemeinsames Auftreten mit seinen zwei jüngeren Brüdern, die derzeit noch bei den Junioren spielen. Dann wäre auch seine über alles geliebte Oma noch stolzer