Christian Rudolph neuer Dreiband-Bundestrainer der Deutschen Billard-Union

Billard-WM : Frischer Wind für die Billard-WM

Christian Rudolph wird bei der Weltmeisterschaft in Viersen erstmals als Bundestrainer die deutsche Mannschaft mit Martin Horn und Ronny Lindemann betreuen. Auch in Sachen Vorbereitung beschreiten die Deutschen neue Wege.

Bei der Deutschen Billard-Union (DBU) als Ausrichter der Weltmeisterschaft für Dreiband-Nationalmannschaften in Viersen ist das große Stühlerücken in vollem Gange. Bei der Pressekonferenz im Vorfeld der nächsten WM vom kommenden Donnerstag bis Sonntag in der Festhalle verkündete DBU-Präsident Helmut Biermann die beiden neuesten Personalien. Zum einer wird Karambol-Sportwart Kurt Dahlhaus aus Altersgründen seine letzte WM als Turnierdirektor begleiten und danach vom Dortmunder Markus Dömer beerbt. Zudem gibt es ein neues Gesicht auf dem Posten des Dreiband-Bundestrainers: Christian Rudolph aus Hünxe, der an allen vier deutschen WM-Goldmedaillen in Viersen beteiligt war, löst Wolfgang Zenkner ab.

„Christian war der Wunschkandidat von uns Spielern. Er ist ein weiteres Zeichen für einen Generationswechsel“, sagte der Essener Martin Horn, der als Profi schon seit vielen Jahren Deutschland bester Dreibandspieler ist. Die personellen Wechsel bei der DBU hatten mit Klaus Biermann selbst begonnen, als der Herner im Sommer 2017 zum neuen Präsidenten gewählt wurde und damit die Nachfolge des zuvor bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in die Wüste geschickten Michael John antrat. Völlig unerwartet musste dann ein Ersatz für den im Dezember danach überraschend verstorbenen DBU-Schatzmeister Dietmar Zenner gesucht werden, den Job macht inzwischen Manfred Danlowski, ebenfalls aus Herne. Nun also auch ein neuer Bundestrainer, mit dessen Premiere gleich eine weitere Neuerung einhergeht. Die deutschen Nationalspieler Horn und Ronny Lindemann (Witten) sowie deren Ersatzleute Dustin Jäschke (Dinslaken) und Lukas Stamm (Berlin) werden sich ab Montag nicht wie seit vielen Jahren üblich in Viersen zu einem Vorbereitungslehrgang treffen, sondern im Leistungsstützpunkt in Bottrop.

„Wir wollten uns nicht mehr dem Vorwurf aussetzen, dass wir beim Training in der Festhalle eine Sonderrolle für uns beanspruchen und uns dadurch einen Vorteil gegenüber anderen Nationen verschaffen“, erklärte DBU-Präsident Helmut Biermann. Eine Entscheidung, mit der die Spieler sehr gut leben können. „In Bottrop haben wir sicher mehr Ruhe und müssen uns nicht damit beschäftigen, wer außer uns noch an den Trainingstisch will“, meinte Ronny Lindemann. In der Abgeschiedenheit des Leistungsstützpunkts gibt es zudem ideale Voraussetzungen, um mit dem neuen Bundestrainer am Teambuilding zu arbeiten.

Wobei Rudolphs Nähe zu den Spielern ohnehin sehr groß ist. Schließlich ist der 54-Jährige, der bis zu einem Rückenleiden selbst beständig in der Weltspitze unterwegs war und 1996 sogar mal die Einzel-Weltmeisterschaft gewann, auf nationaler Ebene selbst noch aktiv. „Christian weiß genau, wie wir Spieler ticken und was wir benötigen“, sagte Martin Horn. Ob die neue Konstellation auch reicht, um Deutschland endlich mal wieder Edelmetall bei der Heim-WM zu bescheren, da will sich der Weltklassespieler allerdings nicht festlegen. Zuletzt gelang das übrigens 2014 mit Platz drei. Horn: „Wenn wir das umsetzen, was wir können, spielen wir eine gute Rolle.“

Mehr von RP ONLINE