BV Grün-Weiß Holt II als "Holter Locos" in Modebranche erfolgreich

Fußball : „Verrückte“ Fußballer machen in Mode

Der BV Grün-Weiß Holt II ist auch bekannt als die „Holter Locos“. Der C-Ligist, der aus Freundschaft gegründet wurde, hat mittlerweile einen Boom ausgelöst. Aus einer Kollektion mit Fan-Artikeln wurde sogar ein eigenes Mode-Label.

Jüngst wurde die ersten Exemplare auch schon in der Nähe von Düren gesichtet, also rund 100 Kilometer von Mönchengladbach entfernt. Da lief ein Fußballer beim Training mit den Socken der „Holter Locos“ herum. Und das, obwohl ihn nichts mit dem BV GW Holt verbindet, außer vielleicht der gleiche Modegeschmack wie die Spieler BV-Reserve in der Kreisliga C. Denn bei der Hobbytruppe aus dem Mönchengladbacher Stadtteil liegt der Ursprung eines Booms, der zunächst in der Idee zu eigenen Fanartikeln und letztlich in der Gründung eines eigenen Mode-Labels für sogenannte Streetwear begründet liegt.

Los ging das alles mit der Idee, ein Fußballteam aus langjährigen Freunden zu bilden. „Marco Schaaf, seiner Zeit Sportlicher Leiter, und ich haben jahrelang getextet und dann den Plan irgendwann in die Tat umgesetzt“, erzählt Marco Sommer, Spielertrainer und Triebfeder hinter der Mannschaft. „Meine engsten und besten Freunde sind mit mir nach Holt gekommen. Wir stehen seit Kindheitstagen immer in Kontakt und so sind wir mittlerweile eine Truppe, die nur aus Freunden besteht.“ Unter den Kumpels kam dann irgendwann die Frage nach einem Spitznamen auf. „Da wir alle ein bisschen verrückt sind“, so Marco Sommer, fiel die Wahl auf „loco“, was auf Spanisch eben verrückt bedeutet. Irgendwann entstand dann die Idee, dass sich ein Alpaka für ein Wappen prima eignen würde. Stephan Wilske, der im Grafik- und Homepage-Design zu Hause ist, entwickelte das Loco-Logo - und dann ging es ganz schnell.

So sieht ein T-Shirt aus der Kollektion der „Holter Locos“ aus. Foto: Holter Locos

„Wir haben einfach viele Sachen für uns selber besorgt. Hoodies, Trikots und so was“, erzählt der 28-jährige Sommer. Die Klamotten wurden dann mit dem eigenen Logo bedruckt. Alsbald folgten Anfragen aus den Familien der Spieler nach Kleidungsstücken, in der Folge wurde der Interessentenkreis immer größer. „Wie es der Zufall wollte, hatte Stephan Lust auf etwas Neues und hat sich dann kurzer Hand selbstständig gemacht“, erzählt Sommer voller Begeisterung. Daraus entstand die Firma Theotherprint.

Wilske hat gemeinsamen mit seinen Mitspielern diverse Kleidungsstücke entworfen: Shirts, Hosen, Socken, Rucksäcke und einen Hoodie. Der kommt am besten an und kostet verträgliche 25 Euro. Wilske ist von dem positiven Feedback total überrascht: „Welche Kreisliga-Mannschaft hat schon ihre eigene Streetwear-Brand, die von der Qualität vergleichbar mit Marktführern ist? Wir bekommen zurzeit so viele Bestellungen rein, dass in Kürze ein Onlineshop folgen wird.“

Auch einen Rucksack haben die „Holter Locos“ in ihrem Programm. Foto: Holter Locos

Während andere Vereine mitunter Schwierigkeiten haben, helfende Hände zu finden, zählt das Anpacken bei der Zweitvertretung zum Selbstverständnis. Das sei mitunter auch logisch, meint der Kopf der Truppe weiter: „Wir haben keine Außenstehenden, die bei uns reinfunken. Wir leiten alles selber, weil wir ein Haufen voller Freunde sind!“ Und die Harmonie außerhalb des Platzes ist die Grundlage von allem, was seit gut anderthalb Jahren im Jugendverein der Borussia-Legende Jupp Heynckes passiert.

Die erste Mannschaft ist in der vergangenen Saison aus der Kreisliga A abgestiegen und mischt nun wieder oben mit. Noch besser sieht es bei den Locos aus, denn die rangieren in der Qualifikationsgruppe 4 zur Meisterrunde der C-Klasse auf dem ersten Platz. „Wir hatten bis Sommer sportlich zumindest eine kleine Findungsphase, zudem mussten noch einige Kicker oben aushelfen, doch jetzt sind wir im zweiten Jahr“, erklärt Marco Sommer. „Wir nehmen mit, was kommt, und geben Vollgas.“