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Breitensport: Lauftreffs rechnen mit Zuwachs nach der Corona-Zeit

Breitensport in Mönchengladbach und Waldniel : Lauftreffs stellen gesteigerten Wunsch nach Bewegung fest

Wegen der Corona-Pandemie können die Lauftreffs derzeit keine Angebote machen. Doch viele Teilnehmer solcher Gruppen bleiben aktiv. Zudem registrieren die Lauftreff-Organisatoren durchaus eine gesteigerte Nachfrage.

Organisierter Vereinssport? Ist derzeit wegen der Pandemie nicht möglich. Training in Gruppen? Auch das lässt die aktuelle Coronaschutzverordnung nicht zu. Doch Individualsport an der frischen Luft, eventuell sogar mit einem Mitstreiter, das ist zulässig – womit die Brücke zu den Lauftreffs in der Region geschlagen ist. Diese dürfen derzeit zwar nicht ihre üblichen Laufeinheiten anbieten, doch einige ihrer Mitglieder organisieren sich in Zweiergruppen und bleiben so in Corona-Zeiten aktiv – und in Kontakt.

„Ich fahre schon mal sonntags, wenn wir normalerweise gemeinsam laufen würden, mit dem Fahrrad durch den Wald, um zu sehen, wer auf den üblichen Strecken unterwegs ist. Da treffe ich schon den einen oder anderen, der sich nicht vom Laufen abhalten lässt“, sagt Martina Lehmen-Scharf, die den Lauftreff des OSC Waldniel leitet. Wie wichtig die regelmäßigen Laufeinheiten für die Mitglieder sind, hat Lehmen-Scharf schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr gemerkt: „Damals war ich überrascht, wie schnell alle wieder dabei waren, nachdem wir uns wieder treffen durften.“

Das gemeinschaftliche Laufen sei vielen sehr wichtig, da es eine Orientierung zum eigenen Leistungsstand biete. Dabei reicht das Nieveau vom lockeren Walken bis zu den ambitionierteren Läufern, die „zu Beginn der Runde auch auf die Stoppuhr drücken“, sagt Lehmen-Scharf.

Rolf Taubner vom Lauftreff Volksgarten hat registriert, dass vor allem die leistungsstärkeren Läufer derzeit versuchen, in Zweiergruppen unterwegs zu sein. „Zudem bekomme ich gerade jetzt in der Winterzeit auch einige Neuanfragen, weil beispielsweise die Fitnessstudios geschlossen sind. Die Leute wollen sich bewegen, und das ist glücklicherweise beim Laufen auch in Corona-Zeiten möglich“, sagt Taubner, dessen Lauftreff insgesamt etwa 110 Mitglieder zählt.

Laufgruppen könnten langfristig also profitieren von dem Bedürfnis nach Bewegung, das nun auch bisherige Sportmuffel erfasst. Doch was ist mit jenen, die sich keiner Gruppe anschließen wollen, sondern auf eigene Faust mit dem Laufen beginnen? „Anfänger sollten dreimal die Woche unterwegs sein, um auch einen Effekt zu erzielen, es aber nicht übertreiben. Zu Beginn eignen sich dreimal 20 Minuten schnelles Gehen, das kann dann Woche für Woche gesteigert werden – durch Einheiten mit Gehen und Laufen im Wechsel –, bis man nach etwa drei Monaten dreimal in der Woche 30 Minuten durchläuft“, rät Taubner.

Und wer doch mit einer zweiten Person unterwegs ist, kann leicht feststellen, ob das Tempo gut gewählt ist. „Unter Motto lautet: Laufen ohne zu schnaufen. Wer sich beim Sport noch unterhalten kann, der ist gut unterwegs“, sagt Martina Lehmen-Scharf. Sie hofft, dass möglichst bald wieder gemeinsames Laufen möglich ist: „Seit dem Frühjahr haben wir an unserem Treffpunkt ein schönes Hinweisschild zu unserem Lauf-Angebot, das uns auch schon einige Interessenten beschert hat. Und nun dürfen wir uns nicht treffen.“