Lokalsport: BMX-Talent aus Süchteln startet in sein zweites WM-Abenteuer

Lokalsport : BMX-Talent aus Süchteln startet in sein zweites WM-Abenteuer

Für den elfjährigen Maik Münnich steht im aserbaidschanischen Baku die Weltmeisterschaft an. Die Anreise war nervenaufreibend.

Es dürfte nicht allzu viele Jungs in seinem Alter geben, die schon so weit herumgekommen sind. Der Sport macht's möglich für den elfjährigen Maik Münnich aus Süchteln. Nachdem das BMX-Talent voriges Jahr zahlreiche Rennen auf europäischer Ebene bestritten und als Höhepunkt an den Weltmeisterschaften im US-amerikanischen Rock Hill (South Carolina) teilgenommen hatte, hat er sich nach einem vielversprechenden Start in die laufende Saison mit seiner Familie am vergangenen Wochenende auf den Weg ins aserbaidschanische Baku gemacht. Dort steht nämlich die nächste WM auf dem Programm, am Mittwoch steigt Meik Münnich ins Renngeschehen ein.

Die Form des Youngsters sollte eigentlich stimmen, denn nach den ansprechenden Ergebnissen der ersten Wochen der Saison legte er beim Euro Cup im belgischen Blegny, dem letzten Härtetest vor der WM, noch mal nach. Nachdem er am ersten Tag noch knapp am Halbfinale gescheitert war, lief es tags darauf deutlich besser. Dank einer speziellen Taktik in der Vorschlussrunde schaffte er erstmals auf diesem Niveau den Einzug ins Finale und belegte am Ende den vierten Platz. Die große Frage ist jetzt, ob Maik Münnich die gute Form der vergangenen Wochen konservieren konnte. Denn kurz vor dem WM stellt er noch auf sogenannte Klick-Pedalen um, die bei der WM erlaubt sind. Die geben zwar einen besseren Halt, doch eine Umstellung ist das neue Material dennoch. Immerhin gab's bei einer speziellen Technik-Trainingseinheit in Venlo noch wertvolle Tipps von seinem niederländischen Trainer.

Der Form nicht zuträglich könnten auch die Schwierigkeiten bei der Anreise gewesen sein. Zunächst musste nämlich das Flugzeug, darin auch viele andere Fahrer auf dem Weg zur WM, wegen eines Triebwerkschadens unverzüglich wieder in Frankfurt landen, anschließend ging es erst mit großer Verzögerung weiter. Nach der Landung in Baku stellte sich dann heraus, dass rund 160 Gepäckstücke, darunter auch viele BMX-Räder, nicht mitgekommen waren. "Wir und viele andere Fahrer waren betroffen und konnten schon beim ersten Training nicht mitmachen, was bei einer fremden Strecke enorm wichtig ist", berichtet Maiks Mutter Simone. Am Montag kam das Rad dann tatsächlich an und der Süchtelner konnte die WM-Strecke fünfmal absolvieren. Eine faire Geste des Elfjährigen: Einem Niederländer, der immer noch auf sein Sportgerät wartete, lieh er sein Fahrrad für eine Trainingseinheit.

Wie die Chancen von Maik Münnich stehen, ist schwer einzuschätzen. Denn neben der weitgehend bekannten Konkurrenz aus Europa sind auch Fahrer am Start, mit denen er sich bislang noch nicht messen konnte, etwa aus Japan, Chile, Australien, Brasilien und den USA. "Wir sind aber guter Dinge, dass Maik es über die Vorläufe in die Finalläufe schaffen kann", gibt sich Vater Michael zuversichtlich.

(RP)
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