Billard : Blomdahl: Ein Fehler zu viel

Billard Torbjörn Blomdahl wusste, was auf ihn zukommt, Dick Jaspers hat es zumindest geahnt. Der Schwede und der Niederländer haben in den vergangenen 20 Jahren, das Dreiband-Billard beherrscht, auch wenn die Weltspitze in den vergangenen Jahren enger zusammen gerückt ist.

Dennoch wusste Blomdahl, dass seine persönliche Qualität nicht reichen würde, um bei dem Team-WM in Viersen den Titel zu holen. Denn Nalle Olsson, sein Partner, ist kein schlechter, aber eben auch kein überragender Spieler. Jaspers' zweiter Mann, Raimond Burgman, ist gut, kann aber derzeit nicht verlässlich seine Leistungen abrufen.

Nun standen sich die beiden Super-Stars, eben Blomdahl und Jaspers, im Viertelfinale der WM gegenüber. Es wurde das erwartet enge Ding. Am Ende entschied "ein leichter Fehler von mir" die Partie, wie Blomdahl weiß. 11:0 führte er im vierten Satz, war drauf und dran, diesen zu gewinnen, doch dann ließ er einen Ball aus, den man eigentlich machen muss, und Japsers siegte noch 15:13. Damit war das Viertelfinale verloren für Blomdahl und auch für Schweden, denn auch Olsson unterlag Burgman.

Im Halbfinale gab es für die niederländische Nummer zwei aber ein 0:3 gegen Eddy Leppens, was selbst der aktuell allem entrückte Jaspers gegen Eddy Merckx nicht ausgleichen konnte, da der beste Belgier einen Satz ergatterte. Belgien verlor schließlich im Endspiel gegen das türkische A-Team und bleibt damit bei der WM titellos.

"Ich wusste, dass ich mir keine Fehler erlauben darf", sagte Blomdahl. In den Jahren zuvor hatte er sich stets auf Michael Nilsson verlassen können, der aber dieses Mal nicht dabei war. Nilsson will seine Solokarriere aufpeppen, daher hatte er sich für einen Weltcup in Las Vegas entschieden und gegen die WM in Viersen. "Tragisch ist, dass der Weltcup abgesagt wurde. Michael hätte also spielen können. Und mit ihm hätten wir mehr ausrichten können", sagte Blomdahl.

Von 2005 bis 2009 hatten er und Nilsson alle Titel geholt, Blomdahl und Nilsson waren das perfekte Paar. "Wenn er eine schlechte Phase hatte, war ich gut und umgekehrt", sagt Blomdahl. Spaß hatte Blomdahl dennoch an der WM 2011. "Ich habe gut gespielt", sagte der Schwede, der im schwäbischen Backnang lebt. Nur eben nicht gut genug, um im Alleingang den Titel zu holen. Wie Jaspers.

(RP)