Lukas Stamm bei der Billard-WM in Viersen erstmal für deutsche Nationalmannschaft nominiert

Billard-WM : Ein neues Gesicht für die Billard-WM

Bei der nächsten Weltmeisterschaft für Dreiband-Nationalmannschaften in Viersen wird zum ersten Man Lukas Stamm aus Berlin bei Deutschland eine Rolle spielen. Zusammen mit dem Dinslakener Dustin Jäschke bildet er das B-Team.

Zu richtigen Hochleistungen laufen die meisten Dreiband-Billardspieler erst auf, wenn sie in einem fortgeschrittenen Sportleralter jenseits der 30 angekommen sind. Denn in der Königsdisziplin des Billardsports zählen ein gutes Auge und Erfahrung mehr als die physische Komponente. So ist es auch zu erklären, dass sich die weltbesten Spieler über Jahrzehnte in der Spitze halten können, während es für den Nachwuchs schwer ist, den etablierten Kräften Konkurrenz zu machen. Alljährlich auch gut zu beobachten bei der Weltmeisterschaft für Dreiband-Nationalmannschaften in Viersen, die über viele Jahre immer von denselben Namen geprägt wird. Bei der nächsten Auflage vom 14. bis 17. März gibt es zumindest bei der Deutschen Billard-Union (DBU) als Ausrichternation mal wieder ein neues Gesicht zu bestaunen.

Der 26-jährige Lukas Stamm aus Berlin rückt erstmals im Umfeld dieses bedeutenden Turniers in die Nationalmannschaft auf. Zusammen mit dem Dinslakener Dustin Jäschke bildet er hinter den etablierten Kräften Martin Horn (Essen) und Ronny Lindemann (Witten) das deutsche B-Team. „Ich war noch nicht in Viersen und bin einfach mal gespannt, was mich erwartet. Ich habe von vielen gehört, dass die Stimmung so gut ist“, sagt Stamm. Seine Freude über die Nominierung wird auch nicht dadurch geschmälert, dass die Chancen, bei der WM aktiv ins Geschehen einzugreifen, nicht besonders hoch sind. Denn seit das Teilnehmerfeld im vergangenen Jahr auf 16 Mannschaften reduziert wurde, sind eigentlich keine B-Teams mehr vorgesehen.

Die DBU hat sich aber dennoch entschlossen, im Sinne der Nachwuchsförderung eine zweite Mannschaft zu nominieren. Schließlich gehören Jäschke, der sogar schon WM-Einsätze vorweisen kann, und Stamm zum Perspektivkader der DBU und werden dementsprechend unterstützt. Sie nehmen an Kaderlehrgängen teil und werden auch während der WM hautnah dabei sein. In Viersen spielen könnten die beiden aber nur, wenn eine andere Nation absagt oder nicht anreisen kann. „Ich machen mir keine großen Hoffnungen, bei der WM spielen zu können. Aber wenn es doch so käme, will ich bereit sein“, betont Lukas Stamm.

So ehrgeizig war der Berliner nicht immer. Als 15 Jahre alter Spätstarter in Sachen Dreibandbillard machte er zwar schnell Fortschritte, ruhte sich dann aber zu lange auf seinem Talent aus. Erst als der deutsche Spitzenspieler und Trainer Jürgen Kühl 2015 sein Teamkamerad bei der Billard-Akademie in Berlin wurde, bekam er den Antrieb, zu versuchen. mehr aus seinen Möglichkeiten zu machen. Seitdem steigerte er seinen Generaldurchschnitt, also die Anzahl der Punkte pro Aufnahme in einer Saison, kontinuierlich. Nach einer starken Zweitliga-Saison 2017/2018 erhielt er dann die Nominierung für den deutschen Perspektivkader. „Das war noch mal ein richtiger Motivationsschub“, sagt Stamm, der in der Folge von der DBU zusammen mit Horn. Lindemann und Jäschke auch zu den Weltcup-Turnieren geschickt wurde. Im französischen La Boule und im türkischen Antalya war er schon dabei. „Es ist schon ein größerer Druck für Deutschland zu spielen und entsprechend schwer, alles zu zeigen“, sagt Stamm. Doch trotz der frühen Ausscheidens hat er schon etwas gelernt. „Ich darf mich nicht von anderen Dingen ablenken lassen und muss mich auf mein Spiel konzentrieren.“ Das würde sicher auch in Viersen helfen, wenn Stamm denn mit Dustin Jäschke ins Geschehen eingreifen darf.