Viersen : Bleibt die Festhalle Heimat der Billard-WM?

Zum 25. Mal in der Kreisstadt: Bürgermeister Günter Thönnessen verkündete bei der Siegerehrung, dass die Dreiband-Billard-Weltmeisterschaft wohl auch in den kommenden Jahren in Viersen stattfinden wird.

Bürgermeister Günter Thönnessen und Jean-Claude Dupont, der Präsident des weltweiten Dachverbandes im Karambolage-Billardsport, stellen die Weichen. Obwohl die Verträge auslaufen, wird es wohl es auch im kommenden Jahr eine Billard-Weltmeisterschaft in der Kreisstadt geben. "Viersen ist dabei", sagt Thönnessen im Schlusswort der Titelkämpfe in der Festhalle. Die Veranstaltung in der "Guten Stube" war an allen vier Wettkampftagen nahezu ausverkauft.

Thönnessen: "Mpüssen etwas so Wertvolles sorgsam behandeln"

Und Dupont freute sich, nach einer fantastischen Weltmeisterschaft auch im kommenden Jahr wiederkommen zu dürfen. Von 25, so sagte der erste Bürger der Stadt, könne man prima weiter nach oben zählen. "Wir müssen etwas so Wertvolles sorgsam behandeln", meinte Thönnessen. Das Viersener Modell für diese Titelkämpfe sei erfolgreich. "Erfolgreiche Modelle soll man nicht ändern. Für uns als Stadt muss sich das Engagement aber in einem vernünftigen Verhältnis bewegen", so der Verwaltungschef.

Vier Tage lang boten 24 Teams aus 21 Nationen in der Viersener Festhalle den Zuschauern hochklassigen Spitzensport. Zeitweise riss es das Publikum von den Sitzen, wenn den Spielern dieser Präzisionssportart spektakuläre Stöße gelangen. Hinter den Kulissen wurde in diesen WM-Tagen viel diskutiert. Die Option auf zwei weitere Jahre WM in Viersen machte die Runde und es scheint, als ob man sich einigen wollte. Die Gespräche werden weiter gehen, denn natürlich schweben dem internationalen Billard-Verband auch Veränderungen vor. Dabei geht es unter anderem um die Einrichtung eines Preisgeldes für die Spieler, damit diese zum Beispiel ihre Reisekosten decken können.

Belgier waren eine Klasse für sich

"Das Turnier hat sich sehr positiv entwickelt", sagte Michael John, der Präsident der Deutschen Billard Union (DBU). Auch Wolfgang Rittmann, der Ehrenpräsident der DBU, sprach von einer "ausgesprochen gelungenen Veranstaltung". Viersen habe den Wohlfühlfaktor. Die begeistert mitgehenden Zuschauer sahen herausragende sportliche Leistungen in spannenden Spielen. "Viele Partien wurden über einen Ball entschieden", sagte Rittmann. Mittlerweile könne ab dem Viertelfinale jeder jeden schlagen, meinte John. Fast jeder jeden, denn die Belgier waren eine Klasse für sich.

Vor den Augen von Raymond Ceulemans, mit 35 Weltmeistertiteln die belgische Billardlegende schlechthin, holten sich die Belgier Eddy Merckx und Frédéric Caudron in rund einer Stunde ganz souverän den Titel. Sie setzten sich im Finale gegen die Niederlande durch und verteidigten damit den Titel. Deutschlands Team A mit Stefan Galla und Martin Horn landete gemeinsam mit den Türken auf dem dritten Platz. Galla strahlte, aber ganz glücklich war er nicht: "Mal so, mal so", beschrieb er seine Gefühle. Nur allzu gerne wäre er ins Finale eingezogen, aber im Halbfinale war gegen die Niederländer Endstation.

Mit der Medaille um den Hals und dem gläsernen Pokal in der Hand blickte Horn, der mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden war, aber schon wieder vorne. "An Tagen wie diesen", wie es aus den Lautsprechern schallte, würde er auch gerne nach Gold greifen. "Das muss das Ziel sein", sagte Horn mit Blick auf 2015.

(wiwo)