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Billard-WM: Positive Signale für Verbleib in Viersen

Billard-Weltmeisterschaft : Positive Signale für Verbleib der WM in Viersen

Bei der Billard-Weltmeisterschaft am Wochenende hätte sich der Veranstalter mehr Zuschauer gewünscht, dafür waren die Spiele im Internet ein voller Erfolg. Das erhöht auch die Attraktivität für Sponsoren, erklärt die Deutsche Billard-Union.

 Helmut Biermann, Präsident der Deutschen Billard-Union (DBU), kann zufrieden auf die Nationen-Weltmeisterschaft in Viersen zurückschauen. Das liegt vor allem am erfolgreichen Abschneiden des deutschen Teams: Das Duo Martin Horn und Ronny Lindemann holte mit Bronze hinter der Türkei und Kolumbien die erste deutsche Medaille seit 2014 in der Viersener Festhalle. Ein Erfolg, der laut Biermann auch auf die Bemühungen des Fachverbands zurückzuführen ist. „Wir haben eine Menge investiert, das zahlt sich nun aus“, sagt Biermann. Unter anderem schickte man zuletzt die zweite Garde hinter Topspieler Horn vermehrt auf internationale Turniere. „Das hat sich gelohnt. Das sieht man an der Entwicklung von Lindemann. Er hat in Viersen Leistung abgerufen, seine Spiele gewonnen und mehr Konstanz gezeigt. Da hat sich die internationale Erfahrung bezahlt gemacht“, sagt Biermann weiter.

Mehr noch als der deutsche Erfolg freut Biermann aber, dass die WM überhaupt wieder stattfinden konnte – nach zwei coronabedingten Absagen 2020 und 2021. „Es war wichtig, den Billardsport wieder in der Öffentlichkeit zu präsentieren“, sagt er. Bei der Bilanz der Tage in Viersen hätte sich Biermann allerdings bei den Zuschauerzahlen mehr erhofft. Vor allem am Finaltag blieben viele der Plätze in der Festhalle unbesetzt. „Das mag aber auch an der allgemeinen Situation um die wieder steigenden Infektionszahlen gelegen haben“, sagt Biermann. Als weiteren Grund führt er an, dass Nationen wie die Niederlande und Belgien überraschend früh bereits in der Vorrunde ausgeschieden waren. „Aufgrund der Grenznähe kommen immer viele Zuschauer vorbei“, sagt er.

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Dafür sei jedoch die Resonanz bei den Live-Streams der Partien im Internet hoch gewesen. Laut Biermann habe die südkoreanische Produktionsfirma „Five & Six“, die 2022 erstmals die WM begleitete, teilweise bis zu 100.000 Zuschauer vermeldet. Erstmals waren die Spiele zudem kostenlos im Internet zu verfolgen. „Die Produktion wird weltweit ausgestrahlt. Die Reichweite ist immens“, sagt Biermann. Das hilft auch bei der Attraktivität für Sponsoren. „Mit der größeren öffentlichen Darstellung können wir einen Mehrwert bieten“, sagt Biermann.

Der Sponsorenvertrag mit der Süchtelner Firma SAB, die 2019 mit ihrem Einstieg den Verbleib der WM in Viersen sicherte, läuft zwar nach der WM 2023 aus, Biermann ist jedoch zuversichtlich, dass die Unterstützung fortgesetzt wird. Erste Gespräche habe es bereits gegeben. 2023 endet für die DBU zudem vorerst die fünfjährige Zusage als Ausrichter der Team-Weltmeisterschaft. „Ich habe das Wort vom Präsidenten des Weltverbands, dass wir, wenn wir wollen und es finanzieren können, weiterhin die erste Option sind“, sagt Biermann.

Die inzwischen 31-jährige Tradition der Veranstaltung in Viersen spricht in dieser Hinsicht für sich. Und auch von der Stadt Viersen habe Biermann nur „positive Signale“ vernommen.