Billard-WM 2019 in Viersen - Deutsche in der Vorbereitung

Billard-WM : Billardspieler fiebern der WM entgegen

In diesem Jahr holen sich die Deutschen den Feinschliff für die WM der Dreiband-Nationalmannschaften nicht am Austragungsort in Viersen. Seit Montag wird im Leistungszentrum in Bottrop geübt. Die Atmosphäre ist gut.

Seit Montag ist das WM-Fieber bei der deutschen Nationalmannschaft wieder um ein paar Grad gestiegen. Der neue Dreiband-Bundestrainer Christian Rudolph bat seine Schützlinge zum traditionellen Vorbereitungslehrgang, bevor es dann von Donnerstag bis Sonntag in der Festhalle im Vergleich mit den besten Mannschaften der Welt um den WM-Titel geht.

Allerdings traf sich die deutsche Mannschaft mit Martin Horn (Essen) und Ronny Lindemann (Witten) sowie deren Ersatzleute Dustin Jäschke (Dinslaken) und WM-Debütant Lukas Stamm (Berlin) nicht wie in den Vorjahren im Ernst-Klusen-Saal in der Festhalle, sondern im Leistungsstützpunkt der Deutschen Billard-Union (DBU) in Bottrop. Hintergrund ist, dass es in der Vergangenheit immer wieder mal Beschwerden anderer Nationen gab, dass die Deutschen an den Trainingstischen bevorzugt behandelt und sich dadurch einen Vorteil verschaffen würden. Um von vornherein solchen Konflikten aus dem Weg zu gehen, sprach sich DBU-Präsident Helmut Biermann für die Lösung in Bottrop aus. Und traf damit offenbar auch den Nerv seiner Topspieler Horn und Lindemann, die sich gut vorstellen können, in der Abgeschiedenheit des Leistungszentrums noch konzentrierter arbeiten zu können als vor den zurückliegenden WM-Turnieren.

„Wir kennen uns ja ohnehin alle und hatten direkt eine gute Atmosphäre“, berichtete am Montag der neue Bundestrainer Christian Rudolph, der im Jahr 2002 zusammen mit Martin Horn den bislang letzten WM-Titel für Deutschland gewonnen hatte. Zum Auftakt arbeitete der 54-Jäjhrige mit seinen Spielern an Lösungen für bestimmte Ballstellungen. „Zudem habe ich gerade mit den jüngeren Spielern über die Ballphysik gesprochen, die immer meine große Stärke war. Dabei geht es um Dinge wie den Einfluss der Reibung, die die Bälle auf dem Tuch verursachen, oder den Einsatz von Effet“, erklärte Rudolph.

Größeren Raum bei dem Vorbereitungslehrgang nimmt auch das Scotch-Double-System ein, das bei der WM in seiner reinen Form zum dritten Mal in Folge zur Anwendung kommt. Um den Teamcharakter der WM zu unterstreichen, spielen nicht wie sonst im Dreiband Mann gegen Mann, sondern in einem Zweierteam wird abwechselnd gestoßen, bis ein Fehler passiert und der Gegner dran ist. Das System ist bei den Aktiven nicht besonders beliebt und soll im kommenden Jahr vielleicht schon Geschichte sein, doch mindestens 2019 gilt es noch, sich damit zu arrangieren, um bei der WM erfolgreich sein zu können.

Seit der Einführung von Scotch Double war für die Deutschen bislang immer im Viertelfinale Schluss. Damit sich das möglichst ändert, trafen sich Horn und Lindemann schon im Vorfeld der WM und analysierten ihr Zusammenspiel der Vergangenheit. „Mit unserer bisherigen Strategie haben wir falsch gelegen“, sagte Horn. Es komme darauf an, trotz des Abwechselns am Tisch dauerhaft im Fokus zu bleiben und sich in die Stöße des Partners hineinzuversetzen. „Die Zuschauer können sich auf unsere neue Art zu spielen freuen“, betonte Lindemann. Eine erste Kostprobe gibt’s am Donnerstag ab 12 Uhr im Auftaktspiel gegen Kolumbien.

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