Handball: Befreiungsschlag

Die SG Dülken darf weiterhin auf den Verbleib in der Handball-Oberliga hoffen. In einem überzeugenden Spiel wies die Mannschaft TuSEM Essen II 35:27 in die Schranken und wendete den vorzeitigen K.O. damit ab.

Oberliga Jubelszenen haben in dieser Saison Seltenheitswert am Ransberg. Umso ausgelassener feierten die Spieler ihren überaus verdienten 35:27 (14:15)-Erfolg gegen TuSEM Essen II, den zweiten Heimsieg in der laufenden Meisterschaftsrunde. Es war eine Mischung aus Freude und Erleichterung, die den Akteuren ins Gesicht geschrieben stand.

"Das ist ein Zeichen für die kommenden Wochen. Wir wussten, dass wir die zwei Punkte dringend brauchen, um dranbleiben zu können", sagte Mark Kämmerling.

Kämmerling überragend

Mit einer beeindruckenden Leistung hatte der Kreisläufer maßgeblichen Anteil am Erfolg. Kämmerling erzielte zwölf Tore und war überhaupt nicht zu bremsen. Weder am Kreis, wo die Essener es auch mit zwei Gegenspieler nicht schafften, seinen Aktionsradius einzuengen, noch aus dem linken Rückraum, von wo er in der Schlussphase aus traf. Trotzdem gab er sich bescheiden: "Die Sperre zu setzen, ist einfach. Aber wenn meine Mitspieler aus dem Rückraum keinen Druck machen und mich nicht einsetzen, kann ich auch keine Tore erzielen."

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Neben Kämmerling glänzte vor allem André Indenhuck. Der Linkshänder im rechten Rückraum brachte es inklusive Siebenmeter auf zehn Tore. Er hielt die SG in der ersten Hälfte im Spiel, als es bei den Dülkenern überhaupt noch nicht rund lief.

Der Charakter dieses "Endspiels" schien die SG in der Anfangsphase zu lähmen. Die Angst, Fehler zu machen, war greifbar. Die Essener, angetrieben von ihrem Besten, dem Bundesliga-erfahrenen Stephan Krebietke, profitierten davon. Sie bestimmten das Spiel über 10:6 und 12:8 bis zur 20. Minute. Danach legte die SG ihre Nervosität nach und nach ab. Steffen Sips glich zum 12:12 aus. Mark Kämmerling erzielte mit dem 13:12 die erste Führung.

Die Gäste hielten dem Druck der nun immer stärker werdenden Gastgeber noch bis zur 40. Minute stand. Doch mit zwei Gegenstoßtoren, eingeleitet vom starken Sven Plath im Tor und erzielt durch Richard Graefe (3) und Sebastian Sips (6), zum 22:18 war der Bann endgültig gebrochen. Während Dülken zielsicher und konsequent dem sicheren Sieg entgegen steuerte, kam die Leistung der Essener in der zweiten Hälfte fast einem Offenbarungseid gleich.

"Unsere Abwehr stand sicher und wir hatten die einfach gut im Griff", analysierte Sven Plath nüchtern. In der Tat erwies sich die tiefe 6:0-Deckung als das richtige Rezept. Dülken verhinderte die Würfe von Außen geschickt und zwang Essen aus dem Rückraum zu werfen. Das aber schmeckte den Gästen überhaupt nicht, so dass die SG über den Gegenstoß ihren Vorsprung ausbaute.

(RP)