ASV Süchteln: Landesligist tritt auf der Stelle - Analyse der Saison

Fußball : Der ASV Süchteln tritt auf der Stelle

Analyse Im zweiten Jahr nach der Rückkehr in die Fußball-Landesliga sollte die Entwicklung für die Süchtelner weiter nach oben gehen. Doch das klappte nicht. Das Team präsentierte sich zu launisch, vergab zu viele Chancen und war defensiv zu sorglos.

Auch wenn es am letzten Spieltag ein Happy End gab, war die zurückliegende Saison für den ASV Süchteln eine Enttäuschung. Im zweiten Jahr nach der Rückkehr in der Landesliga sollte eigentlich der nächste Entwicklungsschritt gemacht werden, doch das gelang angesichts der Art und Weise, wie die Mannschaft insgesamt auftrat, nicht. Darüber kann der neunte Platz nicht hinwegtäuschen.

Abschlussplatzierung Als Tabellenneunter schnitten die Süchtelner sogar einen Platz besser ab als in der ersten Saison nach der Landesliga-Rückkehr. Doch das ist Augenwischerei, denn bis zum letzten Spieltag musste gezittert werden. Bei einer Niederlage gegen den DSC hätte auch noch abgestiegen werden können, so reichte der deutliche Sieg angesichts des enorm engen Mittelfelds noch zu einem ordentlichen Sprung nach vorne.

Rückrunde Es sah zwar zwischenzeitlich so aus, als könne sich der ASV nach fünf Siegen aus sechs Spielen im März und April im Vergleich zur Hinrunde steigern, doch daraus wurde letztlich wegen eines eklatanten Formabfalls im Saisonendspurt nichts. So wurde die zweite Saisonhälfte zum Spiegelbild der ersten. Beide Male sprangen 22 Punkte heraus, beide Male reichte es zu Platz zwölf.

Stärken In vielen Partien bestimmten die Süchtelner das Geschehen vom Anstoß weg und erspielten sich dank präziser Kombinationen und schnell vorgetragener Angriffe ein Chancenplus. 82 Tore zeugen von der Offensivpower der Süchtelner. Damit waren sie sogar besser als die vor ihnen platzierten Rather und Fischelner. In Gestalt des vor der Saison gekommenen Stefan Heinrichs (18 Treffer) und Morten Heffungs (14) landeten auch zwei ASV-Spieler in der Top 20 der Töjägerliste.

Schwächen Auch wenn die Torausbeute sich im Vergleich zur Konkurrenz sehen lassen kann, hätten es noch deutlich mehr Treffer sein können. Glasklare Chancen gab es noch viele, doch es wurden viel zu viele vergeben. Aber das wäre noch zu verkraften gewesen, wenn es nicht eine eklatante Schwäche in der Defensive hinzugekommen wäre. Egal was Trainer Heinrich Losing seinen Mannen mit auf den Weg gab, es kam einfach keine Konstanz in die Abwehrarbeit. Insgesamt gab es nur zwei Spiele, in denen der ASV ohne Gegentor blieb. Viel zu häufig erlaubten die Süchtelner den Gegnern einfache Tore, auch durch haarsträubende individuelle Fehler. Dabei spielte sicher auch eine Rolle, dass der ASV große Verletzungsprobleme hatte. So war die lange Ausfallzeit des Routiniers Martin Banasch gerade für die Sicherheit der Defensive alles andere als förderlich.

Personalien Angesichts der Abwehr-Probleme der vergangenen Saison und des Karriereendes von Martin Banasch waren die Süchtelner gerade in der Abwehr gefordert. So kamen in Maik Lambertz, der mit seinen gerade mal 22 Jahren vorige Saison 28 Einsätze für die VSF Amern absolvierte, und Philipp Wiegers vom VfR Fischeln zwei vielversprechende Defensivkräfte. Zudem kam jüngst auch noch Dennis Durmus vom 1. FC Mönchengladbach. Dass Philipp Wiegers gewonnen werden konnte, hängt sicher nicht unwesentlich damit zusammen, dass sein älterer Bruder Fabian als Nachfolger für den zum SV Sonsbeck gewechselten Heinrich Losing gewonnen werden konnte. Er zählt mit gerade mal 29 Jahren zu den ganz großen Trainerhoffnungen im Grenzland. Dass er schon mehr als ein Talent ist, hat er bei Fortuna Dilkrath (Bezirksliga) und VfR Fischeln (Landesliga) eindrucksvoll bewiesen. Unter den weiteren Zugängen fürs Feld ist auch Routinier Mounir Ben-Moussa einzuordnen. Der spielt zwar schon ewig für den ASV, war aber in der ganzen vergangenen Saison verletzt und startet noch mal einen Comeback-Versuch.

Vorbereitung Schon am kommenden Samstag bittet der neue Trainer Fabian Wiegers seine Mannschaft erstmals zum Training. Neben der Teilnahme am Grenzland-Cup und am Burgpokal sind noch Testspiele gegen SF Neuwerk, VfB Uerdigen, Fortuna Dilkrath, SV Sonsbeck und SV Wachtendonk/Wankum vorgesehen.

Mehr von RP ONLINE