Fußball: Amerner wissen nicht, was sie erwartet

Fußball : Amerner wissen nicht, was sie erwartet

Im vorletzten Saisonspiel empfangen die abstiegsbedrohten Schwalmtaler in der Fußball-Landesliga am Sonntag VdS Nievenheim. Unklar ist, wie motiviert die Gäste nach einer Saison voller Pleiten und Pannen im Rösler-Stadion antreten,

Nach der bitteren Derby-Niederlage gegen den 1. FC Viersen war für die Landesliga-Fußballer der VSF Amern über Pfingsten erst einmal Abschalten angesagt, um die körperlichen und geistigen Kräfte aufzufüllen. Denn die werden an den letzten beiden Spieltagen der Saison im Abstiegskampf noch mal auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Gewinnen die Schwalmtaler die Partie am Sonntag daheim gegen den VdS Nievenheim und eine Woche später beim ASV Mettmann, stehen die Chancen auf den Klassenverbleib gut. Eine vom Kopf her besonders schwere Aufgabe wird die Partie gegen Nievenheim. "Der Gegner ist unberechenbar. Wir wissen überhaupt nicht, was auf uns zukommt", erklärt VSF-Coach Willi Kehrberg.

Dass der ehemalige Oberligist (Saison 2014/2015) aktuell ein Buch mit sieben Siegeln ist, liegt an den vereinsinternen Entwicklungen der vergangenen Wochen und Monate. Nach zwei Trainerwechseln setzte irgendwann eine sportliche Abwärtspierale ein, die zu einer so großen Unzufriedenheit führte, dass fast alle Spieler des aktuellen Kaders ihren Wechsel zu anderen Teams ankündigten. So zog der Verein Anfang Mai die Reißleine und erklärte, in Ermangelung eines konkurrenzfähigen Kaders die Mannschaft auf jeden Fall aus der Landesliga zurückziehen zu wollen. Das wird wohl aber gar nicht mehr nötig sein, weil die Nievenheimer mittlerweile auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht sind und keine großen Anstalten mehr machen, das ändern zu wollen. Das direkte Kellerduell daheim gegen den TSV Meerbusch II verloren sie vor Pfingsten zu Hause sang- und klanglos mit 0:4. Unter der Woche kam es dann noch heftiger. Der VdS-Vorstand trennte sich vom Sportlichen Leiter Thomas Stube, der zuvor der Mannschaft pauschal den Charakter abgesprochen hatte. Hinzu kommt, dass Trainer Michele Lepore am Sonntag fehlen wird, weil er bei der Hochzeit seiner Schwester weilt. Ihn wird allerdings Peter Hanschmann vertreten, der Nievenheim auch nächste Saison in der Bezirksliga betreuen wird.

Von außen betrachtet spricht also wenig dafür, dass Nievenheim am Sonntag hoch motiviert im Rösler-Stadion auflaufen wird und sich im Abstiegskampf bis zur letzten Minuten gegen eine Niederlage stemmen wird. Doch genau da sieht VSF-Coach Willi Kehrberg die Gefahr: "Das darf uns alles nicht interessieren. Bei allen offen Fragen steht fest, dass Nievenheim Spieler mit Landesligaqualität auf dem Platz haben wird. Die dürfen wir nicht ins Spiel kommen lassen, wir müssen von Beginn an Vollgas geben." Da kann es auch nicht verwundern, dass Kehrberg ankündigt, seine Mannschaft offensiver agieren zu lassen als zuletzt. Schließlich ist ein Sieg Pflicht, um sich realistische Chancen auf den direkten Klassenverbleib zu erhalten.

In dieser Hinsicht spielt es dem Trainer in die Karten, dass sich die personelle Lage in der Defensive etwas entspannt hat. So könnte er theoretisch Daniel Kawohl in die Offensive beordern, wo durch die schwere Verletzung von Daniel Friesen aus dem Spiel gegen Viersen ein Loch gerissen wurde. Hinzu kommt, dass mehr Spieler auf der Bank auch mehr Wechseloptionen bedeuten. Je nach Spielentwicklung könnte das nach hinten heraus ein wichtiger Faktor werden, zumal für Sonntag auch hohe Temperaturen angekündigt sind.

(RP)
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