Fußball-Landesliga : Auch die VSF Amern kassieren Absage

Der Fußball-Landesligist aus Schwalmtal hatte fest mit Gero Wolters geplant. Doch der Niederkrüchtener machte einen Rückzieher, um beim 1. FC Mönchengladbach zu bleiben. Andere Teamkameraden hatten es ihm schon vorgemacht.

Nun also auch die VSF Amern. Nachdem aus dem Grenzland bereits der 1. FC Viersen (Bezirksliga) und der SC Union Nettetal (Oberliga) damit konfrontiert worden waren, dass Spieler vom 1. FC Mönchengladbach (Landesliga) ihre Zusage für nächste Saison zurückzogen, machte jetzt auch Fußball-Landesligist VSF Amern publik, dass er betroffen ist. Der Niederkrüchtener Gero Wolters, der seit der C-Jugend bei den Westendern kickt, rief Trainer Willi Kehrberg in der vergangenen Woche an, um ihm die schlechte Nachricht zu überbringen.

Immerhin, Pascal Schellhammer und Marcel Schulz brachten bislang nicht mal das zustande. Sie schickten FC-Vorsitzenden Christian Oh vor, der dem Nettetaler Abteilungsleiter Dirk Riether telefonisch mitteilte, dass die beiden in Gladbach bleiben. Schon früher hatten Marcel Lüft beim 1. FC Viersen und Semih Cakir beim Landesligisten Teutonia St. Tönis ihre Zusagen revidiert. Gero Wolters, so Kehrberg, habe ihm mitgeteilt, dass in Gladbach etwas zusammengewachsen sei und die Mannschaft gerne zusammenbleiben wolle. Zudem habe sich die Lage insgesamt geändert. Deswegen warb er bei Kehrberg um Verständnis für seine Entscheidung, anders als Anfang April zugesagt, nicht nach Amern zu wechseln. „Doch für solche Absagen kann ich kein Verständnis aufbringen. Es ist schon sehr enttäuschend, wenn Spieler derart unverlässlich und unglaubwürdig sind“, erklärt Kehrberg.

Er und de VSF Amern sind gebrannte Kinder, denn im Sommer 2018 waren es in Gestalt von Max Haese, Gerrit van Dinther und Sandro Meyer gleich drei Spieler von TuRa Brüggen, die sich nicht an ihre Zusagen hielten. Kehrberg spricht sich gegen eine Resignation aus, dieses Verhalten als normal zu betrachten, und warnt auch vor einer Bagatellisierung: „Ich kann das nicht akzeptieren. Wenn ein Spieler sein Wort nicht hält, war das früher ein Unding und das ist es auch heute noch.“ Der VSF-Trainer will aber auch die Vereine nicht aus der Verantwortung entlassen: „Ihre Aufgabe sollte es unter anderem sein, bestimmte Werte zu vermitteln. Halten Spieler ihr Wort nicht, ist das keine Bagatelle und es ist erst recht kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen, wenn gleich mehrere Spieler dazu bewegt werden, ihre Zusagen zurückzuziehen.“

Klar ist, dass die Amerner so relativ kurz vor dem Trainingsauftakt am 30. Juni Probleme haben werden, einen adäquaten Ersatz zu finden. Wobei Kehrberg betont: „Unser Zukunft hängt natürlich nicht alleine von Gero Wolters ab. Das kriegen wir auch so hin.“ Da macht sich bezahlt, dass die sportliche Führung der Schwalmtaler inklusive Abteilungsleiter Toni van Dalen in den zurückliegenden Wochen fleißig am Kader für die kommende Saison gearbeitet hat. Und das war auch bitter nötig, denn einige Leistungsträger der so erfolgreichen zurückliegenden Saison werden nicht mehr zur Verfügung stehen. Feststeht: Das Gesicht der neue Mannschaft wird sich stark verändern, weitere Amerner Urgesteine verabschieden sich.

Gerade die Defensive hat es mit den Abgängen von Daniel Kawohl, Maik Lambertz und Sosuke Fokuchi hart getroffen. Aber auch offensives Kreativpotenzial geht durch das Karriereende von Dominik Bischoff und den Rückzug von Tobias Bruse in die Reserve massiv verloren. Abgesehen davon, dass die VSF beim 1. FC Viersen und beim SSV Grefrath fündig wurden, zogen sie nach den positiven Erfahrungen der abgelaufenen Saison auch die japanische Karte. Der vertraute Spielervermittler Harry Neumann empfahl Ken Sugawara, der zuletzt für den VfB Bodenheim stürmte, und Reo Sasaki, der noch keine Station in Deutschland vorweisen kann. Hinzu kommt der südkoreanische Verteidiger Choi Jeongwoo, der vorige Saison für den SSV Merten in der Oberliga Mittelrhein auflief. Seine erste Deutschlandstation hat auch der Iraner Mehrdad Shanzarifra, an den Amern über seinen ehemaligen Spieler Baris Akkaya kam.

„Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Spieler zu integrieren. Dass wir das hinbekommen, haben wir vergangene Saison bewiesen“, erklärt Willi Kehrberg, der trotz des Umbruchs optimistisch ist: „Es wird schwer, aber wir wollen die gute Saison bestätigen. Dazu müssen wir uns vom ersten Spieltag an beweisen.“

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