Leichtathletik : Nachwuchs gibt beim Bergfest den Ton an

Der Wandel bei der Traditionsveranstaltung des ASV Süchteln setzt sich fort. Immer weniger Erwachsene, dafür immer mehr Kinder- und Jugendliche starten. Gute Leichtathletik gab es bei der aktuellen Auflage dennoch zu sehen.

Viel Gewusel herrschte beim 105. Bergfest des ASV Süchteln im Sportpark Süchtelner Höhen. Das große Berg, im Ursprung eher eine Veranstaltung für Erwachsene, entwickelt sich immer mehr zum Kinder- und Jugendsportfest. Das belegen auch die Zahlen vom Wochenende eindeutig. So waren insgesamt 447 Nachwuchsleichtathleten am Start, während nur 69 Aktive älteren Semesters in Geschehen eingriffen. Für viele Altersklassensportler war die Veranstaltung die Generalprobe für die Deutschen Seniorenmeisterschaften am kommenden Wochenende Rheydter Grenzlandstadion.

Im Männerbereich gab es sogar erweiterte Weltklasse zu bestaunen. So schickte sich Jan Jeuschede vom TSV Bayer Leverkusen an, die Qualifikationsweite von 20,00 Metern für die Europameisterschaften in Berlin zu knacken. Letztlich war er allerdings nicht erfolgreich. Er stieß mit 18,90 Meter zwar die mit Abstand beste Leistung des Bergfestes, blieb damit aber 30 Zentimeter unter seiner Saisonbestleistung. Die wenigsten Leichtathleten kamen aus dem hiesigen Raum. Es war deutlich zu merken, dass die Mittelstreckler des OSC Waldniel fehlten. „Unsere Aktiven hatten am Mittwoch in Oedt einen Wettkampf und starteten am Freitag bei unserem eigenen Abendlauf. Das wäre zu viel geworden“, sagt OSC-Sportwartin Maria Strickling. „Weitere unserer Aktiven sind am Mittwoch schon wieder bei den Regional-Meisterschaften der Langstaffeln in Gladbeck.“

Noch die beste Leistung aus heimischer Sicht zeigte die U18-Jugend-Siegerin Lara Drever von der LG Viersen über 200 Meter in 25,72, womit sie um 22 Hundertstelsekunden die DM-Pflichtzeit verfehlte. Über 400 Meter war sie in 59,70 Sekunden die schnellste aller weiblichen Teilnehmerinnen. Dazu war sie U20-Schlussläuferin in der 100-Meter-Staffeln der LG Viersen, als sie mit Linda Vinck, Jasmin Sandtel und Patricia Rahn den überlegenen Sieg in 52,18 Sekunden holte. Hinter dem starken 800-Meter-U20-Jugendsieger Erik Lange (ASV Duisburg) in 2:02,78 Minuten kämpfte Felix Weuthen (1. Jugend U18, ASV Süchteln) wie ein Löwe und schaffte am Ende Platz zwei in 2:07,54 Minuten. Aber er wollte eigentlich eine neue Bestzeit laufen. „Schade, ich verpasste sie eine halbe Sekunde“, sagt der 17-jährige Blondschopf. „Ich spürte noch den Zehnkampf vom letzten Wochenende in Lage in den Knochen.“ Er hätte zu gerne noch ein Saisonziel über 800 Meter mit der NRW-Qualifikation von 2:04,00 Minuten geschafft. „Das wird wohl dieses Jahr nichts mehr“, glaubt er.

Christina Lehnen von den TSF Bracht lief als W15-Erste über 800 Meter 2:32,54 Minuten. „Da muss endlich eine Zeit unter 2:30 Minuten kommen“, meinte ihr Trainer Axel Gotzes, der offenbar nicht ganz zufrieden war. Dazu holte Lehnen im Hochsprung noch einen Sieg mit 1,46 Metern. Bei der LG Viersen gab es gleich vier Jungen-Siege im Hochsprung durch den Damian Kreutzer (M12) mit 1,25, Til Mozes (M13) mit 1,42, Jonas Stockmar (M14) mit 1,57 und M15-Schüler Paul Neitmann mit 1,63 Metern.

Beim ASV Süchteln sind die Trainer Vorbilder für ihre Aktiven: Benedikt Weuthen griff zum Männer-Speer und gewann bei der Siegerweite von 42,88 Metern deutlich, letztlich waren es neun Meter Vorsprung. Sandra Leske (beide ASV) schaffte bei den über 50-Jährigen mit 28,75 Metern den Sieg und hat damit die Pflichtweite von 24,00 Metern für die Deutschen Meisterschaften für ihre Altersklasse weit übertroffen, genau wie auch LGV-Trainer Walter Krahnen (M55) im Hochsprung mit 1,55 Metern (DM-Norm: 1,45 Meter).

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